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Zu wenig innovativ und nicht benutzerfreundlich: Die SPD kritisiert, dass die geplante MVV-Strukturreform nicht weit genug geht.

SPD-Kreistagsfraktion

Ein Tarif für Stadt und Landkreis: SPD fordert grundlegende MVV-Reform

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Die geplante MVV-Tarifreform greift zu kurz. Die SPD im Landkreis München fordert in einem Antrag grundlegende Neuerungen: Es soll nur noch zwei MVV-Tarifzonen geben, einen Innenraum und einen Außenraum.

Landkreis– Der Landkreis München und die Stadt München sollen aufgrund ihrer räumlichen Verzahnung und der intensiven Pendlerströme in beide Richtungen den Einheitstarif „Innenraum“ bilden, für die sieben anderen MVV-Landkreisen soll die Einheits-Tarifzone „Außenraum“ gelten.Ähnlich wie es in Berlin funktioniert: In der Bundeshauptstadt gibt es nur die Tarifzonen A und B.

„Aus dem bestehenden, komplizierten System mit vier Zonen und 16 Ringen muss ein einfacher, klar verständlicher Einheitstarif werden“, fordert SPD-Fraktionssprecherin Ingrid Lenz-Aktas bei einem Pressegespräch.

Einfach, benutzerfreundlich, klimawirksam

„Was der MVV-Lenkungskreis bisher plant, ist nicht der große Wurf“, kritisiert die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche. Vorgesehen sei eine Reduzierung von 16 Ringen auf acht Ringe mit entsprechend unterschiedlichen Tarifen. Das ist in den Augen der SPD „nicht innovativ, nicht benutzerfreundlich und nicht klimaförderlich“.

Mehr Menschen in den MVV bringen

„Das ist keine Reform, sondern ein Reförmchen“, klagt Edwin Klostermeier, Putzbrunns Bürgermeister und Mitglied im Mobilitätsausschuss. „Das Ziel muss es sein, mehr Menschen in den MVV zu bringen.“ Der SPD ist auch bewusst, dass die MVV-Tarifreform, die 2013 von der Vertreterversammlung in Gang gesetzt wurde, nur fruchtet, wenn gleichzeitig das ÖPNV-Netz ausgebaut wird und die Ticketpreise nicht erhöht werden.

Freistaat muss mitfinanzieren

Um dies zu finanzieren, ist nach Meinung der SPD der Freistaat gefordert. „Der Ballungsraum wächst und erwartet weiteren Zuzug“, sagt Annette Ganssmüller-Maluche: „Das S-Bahn-System muss von staatlicher Seite gestärkt werden, sonst laufen wir in der Großregion München auf einen Verkehrskollaps zu.“

Gestern hat sich der Lenkungskreis zur MVV-Strukturreform getroffen. In diesem Gremium vertritt der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (CSU) die acht MVV-Verbund-Landkreise. Die SPD kritisiert, dass er den Landkreisen im Vorfeld kein Forum gab, in dem sie ihre Positionen hätten diskutieren können. „Eine Reform bedingt zwingend eine Diskussion über ihre Finanzierbarkeit. Es ist das gute Geld der Bürger, das am Ende bereit gestellt wird“, sagt Edwin Klostermeier. Daher hat die SPD-Fraktion die SPD-Vertreter aus den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding, Fürstenfeldbruch und Starnberg vergangene Woche im Landratsamt versammelt. Sie alle unterstützen den geforderten „Einheitstarif“.

Die SPD hofft, dass ihre Stimme im Vorfeld der Strukturreform noch gehört wird, weil sie die Interessen der Bürger noch zu zaghaft vertreten sieht: „Wir machen jetzt einen Feldaufschwung, damit wir aus unserer Sicht noch das einbringen, was uns wichtig ist“, sagt Ingrid Lenz-Aktas. Ärgerlich sei, dass die Sitzung des Mobilätsausschusses für den Landkreis München, die für den 16. Januar angesetzt war, auf den 23. Februar verschoben wurde. „Da hätten wir unseren Antrag vorgestellt und er wäre noch rechtzeitig in die Sitzung des MVV-Lenkungskreises eingespeist worden.“ " 

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