SPD-Mann setzt Detektiv auf CSU-Rätin Bayerl-Förster an

- Putzbrunn - Einen Detektiv hat Helmut Krüger von der SPD Putzbrunn auf die Putzbrunner Gemeinderätin Angelika Bayerl-Förster, damals noch CSU-Mitglied, angesetzt. Gut zwei Wochen wurde die 54-Jährige heimlich beschattet, um "in gerichtsverwertbarer Weise" festzustellen, wo die Gemeinderätin ihren Lebensmittelpunkt hat.<BR>

<P>Angeblich in einer angemieteten Wohnung mit Telefonanschluss in Neubiberg. Auf Grundlage dieses Berichtes sowie der Anmeldung eines Nebenwohnsitzes durch Bayerl-Förster hat das Landratsamt die Gemeinde zum Handeln aufgefordert. Am kommenden Dienstag muss der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung über einen eventuellen "Amtsverlust" der Kollegin entscheiden<BR><BR>Nein, einen solchen Fall, dass ein Detektiv beauftragt wurde, habe er weder als Landrat noch in seiner Zeit als Kommunalpolitiker in Starnberg je erlebt, erklärt Landrat Heiner Janik (CSU). Er hat sich in seiner Funktion als Chef der Aufsichtsbehörde zwar schon öffentlich kritisch über die Ignoranz Bayerl-Försters gegenüber der rechtlichen Situation geäußert - wer wegzieht, muss sein Mandat abgeben - betont aber zur Frage des Detektiveinsatzes: "Ich kann nur sagen: Ich würde es NIE tun! Das ist ein Weg und eine Methode, die nie die meine sein wird."<P>Von "Verunglimpfung" und "Vermissen jeden guten Geschmackes" spricht die Betroffene. Bayerl-Förster sieht ihren Lebensmittelpunkt gänzlich in Putzbrunn. In die Wohnung in Neubiberg ziehe sie sich zurück, wenn sie Ruhe brauche. Sie kann Krügers Vorgehen nicht nachvollziehen, verbittet Krüger sieht sich moralisch im Recht sich solche Übergriffe ins Privatleben.<P>Der Auftraggeber der Detektei, Jurist Helmut Krüger, sieht es anders, spricht von einem "ungewöhnlichen Vorgang in einer besonderen örtlichen und ernsten politischen Situation", empfindet sich moralisch im Recht: Die Aufsichtsbehörde habe doch immer Beweise verlangt. Außerdem: Bürgermeister Josef Kellermeier, ehemals CSU, bügele die Opposition seit Jahren "mit seiner Beton-Mehrheit" ab. Statt Sachfragen zu erläutern, gebe es knappe 11:10-Mehrheitsbeschlüsse. Ein "einseitiger Stil", mitbestimmt und -getragen von der damaligen CSU-Fraktionssprecherin Bayerl-Förster. "Ich bin wirklich kein Schlüssellochgucker", so Krüger: "Es musste doch mal einer den Mut haben, etwas gegen diese Versteckspiele zu unternehmen." Die Detektei habe ausschließlich den Auftrag gehabt, die Frage des Lebensmittelpunktes von Bayerl-Förster "gerichtsfest zu klären". Das Ergebnis ist offensichtlich so, dass das Landratsamt Handlungsbedarf für die Gemeinde sieht.<P>Sollte der Mandatsverlust am Dienstag per Gemeinderatsentscheid für Bayerl-Förster erfolgen, könnte es in Folge auch zu Anfechtungen zurückliegender Gemeinderatsbeschlüsse durch die SPD kommen. Bayerl-Försters Stimme hat bei einigen knappen 11:10-Beschlüssen, wie bei der umstrittenen Baugebietserweiterung in Oedenstockach, den Ausschlag gegeben. Bürgermeister Kellermeier stand am Freitag zu einer Stellungnahme nicht bereit.<P>2. Bürgermeister Albert Tomasini (CSU) sorgt sich zunächst um seine Entschei- Zusätzliche Brisanz durch Parteiaustritte dung am kommenden Dienstag: "Ich sehe mich außer Stande, die Situation zu beurteilen. Aber ich muss wohl, wie mir heute vom Juristen im Landratsamt erklärt wurde. Am Montagabend haben wir Fraktionssitzung. Vielleicht sehe ich dann klarer." Brisanz erhält der Fall auch noch durch die CSU-Parteiaustritte von Kellermeier, Bayerl-Förster und der Gemeinderäte Erwin Mittermüller und Birgit Nuber (wir berichteten).agm<P></P>

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