Über Pakete voller Raketen und Böller wacht Rudolf Künig. foro: Rabe

Spenden-Feuerwerk zur Musik

Haar - Die Gemeinde Haar spendiert wieder zu Silvester ein gigantisches Feuerwerk. Im Gegenzug sollen die Haarer spenden - und sich benehmen.

Die Knallerei an Silvester kann teuer werden. Manche Leute jagen schnell innerhalb weniger Minuten 50 oder gar 100 Euro in Form von Raketen und Böllern in die Luft. Doch andere spenden lieber. Auf einen Kompromiss setzt seit 2000 die Gemeinde Haar. Sie ruft ihre Bürger jedes Jahr zum Spenden auf, dafür übernimmt die Kommune zusammen mit den Gemeindewerken Haar das Feuerwerk.

„Vom Himmel in die Herzen“ heißt das Motto des Feuerwerks, heuer werden erstmals 3000 Effekte via Funksynchron zur Musik in den Himmel geschossen. Außerdem hat die Feuerwerkerei Krebs angekündigt, viele neue Bilder in den Himmel zu zeichnen. Und für das traditionelle Anstoßen zum Jahreswechsel baut die Trattoria Eboli ihre Bier- und Prosecco-Bar auf, zusätzlich werden für den kleinen Hunger Pizza-Ecken verkauft. Ab 23 Uhr ist die Bar geöffnet.

Das gespendete Geld bleibt allerdings in der Gemeinde. Den gesammelten Betrag verwende das Sozialamt für unbürokratische Soforthilfen. Es unterstütze immer dann, wenn es am Alltäglichen fehle. 1500 Personen lebten im ausklingenden Jahr in Haar von staatlicher Unterstützung, sagt Bürgermeister Helmut Dworzak. Und dabei seien zwei traurige Trends erkennbar: Die Armut treffe immer mehr Buben und Mädchen, 380 seien es derzeit. Für sie habe die Gemeinde „Kindern Chancen geben“ gegründet. Hierbei wolle man gewährleisten, dass alle Haarer Kinder unabhängig vom finanziellen Hintergrund ihrer Familie die gleichen schulischen Möglichkeiten bekommen. Auch bei den älteren Mitbrügern in Haar nehme die Armut spürbar zu, sie leben oft wegen ihrer Mini-Rente und den ortsüblichen hohen Mieten am Rande des Existenzminimums, sagt der Bürgermeister. Viele ältere gingen praktisch „isoliert“ - also ohne ordentlich zu sehen oder zu hören - durch ihren Alltag. Die Gründe: Die neue Brille oder die Batterien für das Hörgerät seien zu teuer.

An Silvester ist das wilde Böllern auf dem Festgelände verboten. Wer erwischt wird, muss den Platz verlassen. Doch weil es vor allem im vergangenen Jahr Sicherheits-Probleme gab, konnte kein Sicherheitsdienst gefunden werden (wir berichteten). Dafür aber, so versichert die Gemeinde, wird nun die Polizeipräsenz verstärkt. (ama)

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