Helfen bei Mobbingfällen: Wilfried Dormann (l.) und Otto Berg. Foto: Martin Becker

Beratung am Telefon

Diese Männer helfen Mobbing-Opfern

Landkreis - Wenn eine Firma einen Angestellten loswerden möchte, greift sie bisweilen zu fragwürdigen Methoden. Mobbing am Arbeitsplatz: ein Thema, mit dem Otto Berg sich bestens auskennt.

Seit 20 Jahren sitzt Otto Berg (72) zweimal pro Woche für die Mobbing Beratung München am Telefon, hört sich die Sorgen und Nöte von Betroffenen an. „Von fünf Anrufern sind zwei am Heulen“, schildert er die Verzweiflung, in der sich Menschen an ihn wenden. Besonders stark zugenommen habe das Mobbing am Arbeitsplatz. Aus dem südlichen Landkreis erzählt Berg von zwei Fällen: „Ein Großbetrieb möchte nach Jahrzehnten einen Mitarbeiter loswerden. Immer, wenn er auf der Toilette war, wurde diese kontrolliert - sie sei verschissen, heißt es, und die Firma will den Mann zu einem Darmspezialisten zwingen. Woanders sollte eine Frau aus ihrem Job gemobbt werden. Bei ihrem Anruf sagte sie: ,Herr Berg, ich stehe am offenen Fenster‘.“

Um gebündelt auf Probleme einzugehen, veranstaltet die Mobbing Beratung nun zusammen mit der Selbsthilfegruppe „Netzwerk Respekt am Arbeitsplatz - Paten als Wegweiser aus der Krise“ einen Vortrag mit Diskussion. Der Rechtsanwalt Wilfried Dormann (52) erläutert arbeitsrechtliche Stolpersteine bei Mobbing im Beruf. Die 90-minütige Veranstaltung findet am Mittwoch, 27. Februar, bei SaniEnergy hinter dem Einkaufzentrum PEP in München-Neuperlach (Charles-de-Gaulle-Straße 6) statt. Beginn ist um 18.30 Uhr, der Eintritt kostet acht Euro. (mbe)

Mobbing-Telefon

Tipps und Hilfe gibt es kostenlos dienstags von 15 bis 18 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 Uhr unter Tel. 60 60 00 70.

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