SpVgg trimmt Psyche mit "Mental-Trainer" Walter Dimler

- Ein Spiel Sperre für Rot-Sünder Mark Römer

VON MARTIN BECKER Unterhaching - Während Hasan Salihamidzic vom FC Bayern nach seiner zweifelhaften Roten Karte gegen 1860 München gestern vom DFB freigesprochen wurde, kam Unterhachings Mark Römer nicht ganz so glimpflich davon: Ein Spiel Sperre brummte das DFB-Schiedsgericht dem SpVgg-Stürmer, der beim 3:0-Sieg über den Karlsruher SC ein Tor erzielt hatte, auf.

"Das ist schade", fand SpVgg-Trainer Wolfgang Frank, der - so wie Haching-Kapitän Francisco Copado - auf eine Parallele zum Fall Salihamidzic gehofft hatte. Bei den Hachingern korrigierte sich Schiedsrichter Manuel Grüne aus Berlin allerdings nicht im Nachhinein, so dass der Befund nach Auswertung der TV-Bilder auf "unsportliches Verhalten" lautete. Römers Laufweg hatte sich in der 58. Minute mit dem von Abderahim Quakili gekreuzt, der zu Fall kam, was dem Haching-Stürmer die Rote Karte einbrachte. Wen Frank am Sonntag beim oberbayerischen Derby in Burghausen als zweite Spitze neben Copado aufbietet, ist noch unklar. "Elton da Costa dürfte bis dahin wieder fit sein, aber auch Christian Okpala oder Robert Lechleiter sind ein Thema", deutet der Trainer verschiedene Varianten an.

So, wie sich die SpVgg Unterhaching gegen Karlsruhe präsentierte, spielen derlei Personalien aber sowieso eine sekundäre Rolle. "Wir haben neues Selbstvertrauen getankt und uns mit diesem Sieg von gewissen Zwängen befreit. Das war der verdiente Lohn für drei Wochen gezielte Arbeit", stellte Frank einen deutlichen Aufwärtstrend fest. Vor allem die Defensive zeigte sich stabiler als zuletzt, aber auch in puncto Teamgeist machte die SpVgg nach den jüngsten internen Diskussionen klare Fortschritte.

"Auf dieser Leistung können wir aufbauen", registrierte auch Copado. "Nachdem das Gefühl für einen Sieg schon fast verloren gegangen war, stand fest: Irgendwann jetzt muss es wieder passieren." Sprich, der Knoten platzen. Bemerkenswert: Auch in Unterzahl geriet Unterhaching nicht in Bedrängnis, sondern verschob konzentriert seine Reihen. "Läuferisch und kämpferisch sind wir an die Grenze gegangen", so Frank.

Gute Arbeit im Training ist die eine Seite des Erfolgs - die andere heißt Walter Dimler. Der "Motivator" und Entscheidung von Fall zu Fall "Mental-Trainer", der schon beim 1. FC Nürnberg, Hansa Rostock und dem SSV Reutlingen die Fußballprofis trimmte, kam vor dem KSC-Spiel auch bei der SpVgg Unterhaching zum Einsatz. Erfolgt dieser Griff in die Psycho-Trickkiste nun öfters? "Das werden wir von Fall zu Fall entscheiden", sagt Frank, der ansonsten dazu "keinen Kommentar" abgeben möchte, über ein weiteres Engagement Dimlers.

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