St.-Anna-Fest in Staucharting: Schmucke Rösser und ein lahmer Esel

Staucharting - In Staucharting vermengte sich gestern das Klappern der Pferdehufe mit dem Läuten der Kirchglocken - und durch die Luft zog ein Duft aus Weihrauch, Zuckerwatte und Pferdehaar.

St.-Anna-Fest in Staucharting

Selten liegen Glaube und Geselligkeit, Tierliebe und Tradition so nah beieinander wie beim St.-Anna-Fest an der Wallfahrtskapelle. Hunderte Pilger aus der Umgebung zogen in Bittgängen zur idyllischen Lichtung, wo Weihbischof Engelbert Siebler mit den Gläubigen einen Gottesdienst zelebrierte. Dann zog ein Zug aus prächtig geschmückte Rössern und Kutschen zur Pferdesegnung um die Kapelle, bevor an Biertischen getrunken und gegessen wurde.

Seit 1711 pilgern die Gläubigen jedes Jahr am 26. Juli - dem Namenstag der Heiligen Anna - zur Kapelle in Staucharting. Heuer leitete Weihbischof Engelbert Siebler den Gottesdienst und segnete nach alter Tradition die schwarzen Wetterkerzen, deren Entzünden vor Unwettern und Blitzeinschlägen schützen soll.

Der Bischof beschrieb in seiner Predigt das kleine Jesuskind im Inneren der Waldkapelle, das mit seinem Finger in die Mitte zeigt. „Uns stellt sich die Frage: Was ist die Mitte in meinem Leben? Für was lebe und arbeite ich überhaupt?“, sagte Siebler zu den Gläubigen, um dann darauf hinzuweisen, dass alle Äußerlichkeiten des Lebens - Geld genauso wie gesellschaftliches Ansehen - am Ende des Lebens reine Dekoration seien. „Das einzige, was bleibt, ist Gott.“

Gottes Segen für ihre Tiere erhalten wollte auch Monika Bendelack aus Englwarting: Sie hatte ihre beiden Esel Gustav und Luna zwei Stunden lang zur Kapelle geführt. Jedoch: „Auf dem letzten Stück im Wald hat sich Gustav vertreten, jetzt lahmt er“, klagte die Eselhalterin vor dem Pferdeumzug betrübt. Auch der weiße Esel Luna konnte deshalb nicht mit all den prächtigen Kutschen und Pferden drei Mal um die Kapelle ziehen: „Alleine geht er nicht mit - die beiden sind unzertrennlich“, so Bendelack. Die beiden Esel waren mit ihren lustigen Strohhüten samt Löchern für die langen Ohren trotzdem eine Hingucker - wenn auch nur am Rande der imposanten Pferdesegnung.

Rubriklistenbild: © Bollig

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