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Mit freundlichen Worten und einem Händedruck begrüßen Bürgermeister Christoph Böck und seine Frau Petra die Gäste beim Neujahrsempfang. Unter ihnen auch der ehemalige Unterschleißheim er Bauamtsleiter, Georg Spies. 

Die Stadt räumt sechs Oscars ab

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Unterschleißheim - Klarer Gewinner der selbst gestalteten Oscarnacht: Unterschleißheim. Bürgermeister Christoph Böck verleiht seiner Stadt sechs Oscars.

Von Florian Prommer

Unterschleißheim – Jahr für Jahr werden Ende Februar im Kodak-Center in Los Angeles die Oscars verliehen, der wichtigste Preis der Filmbranche. Nun ist Unterschleißheim, die 30 000-Einwohner-Stadt im Landkreis München, der amerikanischen Welt-Metropole zuvorgekommen. Moderiert von „Showmaster“ und Bürgermeister Christoph Böck (SPD) verwandelte die Stadt ihren Neujahresempfang kurzerhand in eine inoffizielle Oscar-Verleihung, bei der auf eine etwas andere Art zurück- und auf 2017 vorausgeblickt wurde.

Der große und einzige Gewinner an diesem Abend hieß, na klar: Unterschleißheim. Die Stadt sicherte sich nicht nur in der Kategorie „Beste Heimat“ den selbstverliehenen Oscar, sondern sahnte auch in allen relevanten Unter-Kategorien ab. Ein Überblick.

Lebenswert/Liebenswert: „Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt“, eröffnete Böck seine Laudation. Und genau dafür habe Unterschleißheim im vergangenen Jahr einiges getan und werde künftig einiges tun. Damit sich sowohl Jung als auch Alt hier zuhause fühlen. Angefangen beim Neubau der Therese-Giehse-Realschule und dem Ausbau des Carl-Orff-Gymnasiums über die Planungen der Michael-Ende-Grundschule, die ebenfalls neu gebaut werden soll, bis hin zum Thema „Wohnen im Alter“. Hierbei habe man Gespräche mit älteren Mitbürgern geführt, um herauszufinden, was diese bewegt. Auf Basis dieser Wünsche und Bedürfnisse, sagte Böck, wolle man in diesem Jahr Konzepte entwickeln, damit das Leben für Senioren in Unterschleißheim noch besser gestaltet werden könne. Schließlich sei die Stadt alles andere als „No country for old men“ (Kein Land für alte Menschen), sagte Böck. Eine von vielen Film-Anspielungen an diesem Abend. In diesem Fall auf den gleichnamigen, vierfach mit einem Oscar ausgezeichneten Film.

Weltoffen/Wirtschaftsstark: Diese Kategorie konnte sich Unterschleißheim laut Böck vor allem aus einem Grund sichern: „Uns ist es gelungen, einen der begehrtesten Stars der Branche zu gewinnen.“ Gemeint war BMW. Der Automobilriese errichtet sein neues Forschungszentrum auf dem Business-Campus (wir berichteten). Zudem zogen mit „Nokia“ und „Alphabet“ zwei Branchengrößen der Technologie-Industrie in die Stadt.

Rein finanziell geht es der schon jetzt prächtig: 83,4 Millionen Euro nahm sie an Gewerbesteuer ein. Böck: „Damit ist Unterschleißheim so gut aufgestellt wie noch nie.“

Für viele Menschen verlief das vergangene Jahr weit weniger positiv. Sie mussten ihre Heimat verlassen und fanden eine neue in Unterschleißheim. Nun gehe es darum, die Asylbewerber zu integrieren. Das ginge nur durch Begegnungen. Einen Dank richtete Böck daher an die vielen Ehrenamtlichen, die solche Begegnungen möglich machen, und appellierte dabei auch an die etwa 500 Gäste im Bürgerhaus: „Lassen Sie uns aufeinander zugehen und miteinander reden.“

Unterhaltsam/Sportlich: Die nächste Kategorie, in der Unterschleißheim nicht nur konkurrenzlos war, sondern laut Böck „auf ganzer Linie überzeugen konnte“: Im Hallenbad „Aquariush“ entsteht ein Thermalaußenbecken, ein Sporttreff wird dort gebaut, und der SV Lohhof richtet im Februar das internationale Kids-Cup-Turniere aus: Das alles zeige, dass Unterschleißheim eine begeisterte Sportstadt sei, sagte Böck, der zum Neujahresempfang unter anderem auch die Ottobrunnerin Janina Weschta begrüßen durfte, die als amtierende Miss Bayern für den für eine Preisverleihung so wichtigen Glamour-Faktor sorgte. Bei all dem Sport sei zudem im Rahmen des Kultursommers einiges geboten gewesen, was den Oscar in der Kategorie „Unterhaltsam/Sportlich“ ebenfalls rechtfertige.

Vorausschauend/Umweltfreundlich: Auch hier konnte sich Unterschleißheim durchsetzen. So wolle die Stadt an der umweltfreundlichen Mobilität arbeiten und die Infrastruktur für Elektro-Autos und –Fahrräder ausbauen. Und auch den öffentlichen Personennahverkehr wolle die Rathausverwaltung „noch attraktiver“ machen, sagte Böck. Preisverdächtig sei das Thema „erneuerbare Energien“. Seit Beginn des Jahres ist etwa das ehemalige Microsoft-Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen.

Hauptdarsteller: Über diesen wichtigsten Preis durften sich alle Unterschleißheimer freuen. Denn: „Ein guter Film lebt in allererster Linie von seinen Hauptdarstellern“, sagte Böck. Und in seinem ganz persönlichen Erfolgsfilm namens Unterschleißheim geht der „Oscar für die besten Hauptdarsteller an alle Bürgerinnen und Bürger“.

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