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Beliebter Ort für Großveranstaltungen ist das Bürgerhaus in Unterschleißheim. Die Bewirtung, etwa hier bei der Unterschleißheimer Dinnershow „The Petrols Palace“, hat bisher das Team der „Schleißheimer Kouzina“ übernommen. Das ist jetzt zunächst einmal vorbei.

Im Bürgerhaus

Stadt kündigt Restaurant-Pächter fristlos

Für die vier Unterschleißheimerinnen von „The Petrols“ war ihre Dinnershow   im Bürgerhaus ein Heimspiel. Die Bewirtung übernahm dabei ein externer Caterer – und nicht das hauseigene Lokal „Schleißheimer Kouzina“. Hintergrund ist ein massiver Streit.

Unterschleißheim  - Das Tischtuch ist zerrissen zwischen Kouzina-Pächter Petros Zerzis und dem Inhaber der Gaststätte, der Stadt Unterschleißheim. Sie hat dem Betreiber fristlos gekündigt. Der Anwalt des Pächters wiederum kritisiert das „Geschäftsgebaren“ der Kommune.

Fakt ist: Der Stadtrat hat in nicht-öffentlicher Sitzung entschieden, eine außerordentliche Kündigung gegen den Pächter auszusprechen, der die „Kouzina“ seit 2013 betreibt. Überdies wurde der Mietvertrag ordentlich zum 30. Juni gekündigt – zur Sicherheit, wie Rathaussprecher Thomas Stockerl betont.

Bei der Frage nach den Hintergründen gibt sich das Rathaus bedeckt. In einer Mitteilung ist mit Blick auf den Pachtvertrag lediglich von „wiederholter Verletzungen der dort geregelten Vertragspflichten“ die Rede. Der Aufforderung „zur Räumung und Rückgabe“ bis zum 31. Dezember sei der Pächter jedenfalls nicht nachgekommen, sodass es nun offenbar zum Rechtsstreit kommt.

Stadt kritisiert Pachtrückstände

Wie der Münchner Merkuraus zuverlässiger Quelle erfahren hat, sollen unter anderem Pachtrückstände die Stadt zur fristlosen Kündigung bewogen haben. Derweil ist Pächter Petros Zerzis der Meinung: „Diese Kündigung zählt nicht.“ Zwar seien „gewisse Sachen“ vorgefallen, deretwegen er auch Gespräche mit der Stadt geführt habe. „Aber wir haben einen gültigen Vertrag, und daran halten wir uns.“

Im Weiteren verweist Petros Zerzis auf seinen Anwalt Christian Kießling, und der erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt. Demnach wolle die Kommune seinen Mandanten „unbedingt loshaben“, um das Restaurant an einen neuen Pächter zu vermieten. Diesen wiederum habe die Stadt in dem Fall als Berater mit ins Boot geholt, sagt Kießling. Zwar räumt der Anwalt ein, dass es Pachtrückstände gebe. Jedoch habe Petros Zerzis sich stets an alle Absprachen zu deren Rückzahlung gehalten.

Anwalt des Wirts spricht schon von Schadensersatzklage

Was nun bei der fristlosen Kündigung angeführt wurde, sei eine Stromrechnung für das Lokal gewesen, die die Kommune bezahlt habe – ohne Wissen von Petros Zerzis, betont Kießling. Von daher gibt sich der Anwalt überzeugt: „Diese Kündigung ist unwirksam.“ Und sollte das Gericht ebenfalls zu dieser Auffassung kommen, „dann erwartet die Stadt eine riesige Schadensersatzklage“, sagt Kießling und verweist auf die Einkommensausfälle seines Mandanten bei Veranstaltungen im Bürgerhaus.

Denn seit Jahresbeginn ist die „Kouzina“ nicht mehr für deren Bewirtung zuständig. Vielmehr arbeite man zurzeit per Einzelvergabe mit Catering-Unternehmen zusammen, teilt Rathaussprecher Stockerl mit. Zugleich laufe ein Vergabeverfahren, das zu einer dauerhaften Lösung führen soll. Parallel dazu bereitet die Kommune eine Neuausschreibung des Gaststättenbetriebs vor, wozu auch Überlegungen gehören, das Konzept des Restaurants anzupassen.

Hat die Stadt schon einen neuen Pächter parat?

Sollte sich die Stadt tatsächlich demnächst auf die Suche nach einem neuen Mieter machen, dann dürfte dies nicht ganz einfach werden. Diese Erfahrung macht zurzeit etwa die Nachbarkommune Garching, wo die Gaststätte im örtlichen Bürgerhaus seit Monaten leersteht. Eine besondere Herausforderung für einen Pächter sei sicher „die Spannbreite vom normalen Gaststättenbetrieb unter der Woche, wenn nicht so viel los ist, bis zur Großveranstaltung im Bürgerhaus“, sagt Stockerl.

Wobei Christian Kießling angibt, dass sein Mandant und er der Stadt bereits einen potenziellen Nachmieter präsentiert hätten. Dieser wollte Petros Zerzis jene Ablöse bezahlen, die er damals bei der Übernahme des Restaurants entrichtet habe. Diesen Vorschlag habe der Stadtrat aber abgelehnt, sagt Kießling.

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