Razzia in Augsburg: Terrorverdacht gegen drei Männer

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Godehard Brüntrup fragt, ob wir die Elite Syriens bei uns "aufsaugen" dürfen.

Diskussion zur Flüchtlingsfrage 

Auf die Kritiker zugehen

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Kirchheim - Auf die Frage „Wie schaffen wir das?“ waren sich Publikum und Experten bei der Diskussion im Pfarrsaal einig: „Gemeinsam mit viel Motivation!“

„Sankt Martin war römischer Soldat aus Ungarn, der Heilige Nikolaus ein Türke, die Heiligen drei Könige aus dem Irak und Jesus ein jüdischer Wanderprediger – also gerade in der Vorweihnachtszeit sehen wir, wie multikulturell unser Leben schon lange ist! Die Flüchtlinge bereichern das nur noch“, eröffnete Professor Godehard Brüntrup die Diskussion des Vereins „Miteinander in Kirchheim“.

Das Wort der Kanzlerin „Wir schaffen das!“ war der Aufhänger für die Diskussion zur Flüchtlingsfrage. „Wir wollen die Bürger mit Fakten rund um die Asylfrage versorgen. Dazu gehört unser Fakten-Check, aber eben auch eine solche Veranstaltung“, führte Vorsitzender Wolfgang Gerstenberger ein. Rund 100 Kirchheimer waren in den Pfarrsaal St. Peter gekommen und hörten die Ausführungen des Philosophieprofessors Brüntrup sowie Statements von Caspar von Hauenschild, dem Vorsitzenden von Transparency International Deutschland, sowie Dr. Michaela Harlander, Geschäftsführerin des Kirchheimer IT-Unternehmens Genua GmbH. 

Zu einer echten Diskussion kam es trotz der Bemühungen des souveränen Moderators Eberhard Weidner nicht, zu einig waren sich Podiumsgäste und Publikum in ihren Botschaften: Wir heißen die Flüchtlinge willkommen, wir können sie für unsere Wirtschaft gut brauchen und wir werden sie gemeinsam integrieren. 

Ohne jeden Plan kann es nicht weitergehen

Brüntrup sagte in seinem Impulsvortrag, er habe ebenso wie die Politiker keine Patentrezepte, wie man den Flüchtlingsstrom begrenzen könne. „So chaotisch wie in den letzten Monaten, ohne jeden Plan, kann es nicht weitergehen. Auch ein Land wie Deutschland kann nicht jedes Jahr eine Million Menschen aufnehmen. Jetzt geht es darum, was können wir tun für die Menschen, die da sind.“

 Entscheidend dafür sei die Vision, wohin unsere Gesellschaft wolle und wie man dieses Ziel erreichen könne. „Die Region München war schon vor den Flüchtlingen die mit der höchsten deutschen Migrationsrate von 38 Prozent. Das sind 530 000 fremde Menschen, die uns alle nie gestört haben, nein wir genießen doch das Multi-Kulti! Und genauso verkraften wir problemlos die Flüchtlinge.“ Brüntrop fragt vielmehr, ob Deutschland die Eliten eines Landes so „aufsaugen“ dürfe: „Neue Zahlen belegen, dass 86 Prozent der syrischen Flüchtlinge einen Oberschul- oder Hochschulabschluss haben. Wir können die gut gebrauchen, aber Syrien braucht die auch wieder.“ Er sei oft im Ausland tätig, berichtete der Jesuitenpater, und es sei für ihn sensationell, wie sich das Bild Deutschlands dort gewandelt habe. „Wir gelten jetzt als Retter und nicht mehr als Zerstörer – das ist doch schön.“ Für Hauenschild war Merkels Aussage „Wir schaffen das!“ „mitreißend“, weil sie menschlich, politisch nicht korrekt und eben nicht wie eine Politikerin gesprochen habe. „Es war auch provokant, weil sie bestimmt nicht wusste, was sie damit wirklich auslöst. Und es war klug und visionär, eben typisch weiblich aus dem Bauch heraus, weil es zum dem Zeitpunkt die richtige Entscheidung war!“ 

Auch Harlander überraschte Merkels Satz: „Das war eine Aussage eines Geschäftsmannes, der ein Problem erkennt und es lösen will. Das ist man von Politikern und speziell von Merkel nicht gewohnt, so zu sprechen, wie die Bürger denken.“  Für sie gebe es die direkte Hilfe an der Grenze für die Frierenden, dann später die Integration bei uns. „Der alles entscheidende Faktor ist die Sprache, da müssen wir alles dransetzen, dass die neuen Mitbürger so schnell wie möglich Deutsch oder zumindest Englisch lernen – denn in unserem IT-Unternehmen wäre Englisch auch in Ordnung!“ 

Die Deutschen müssten aber die neuen Kulturen anerkennen, so wie wir uns an Italiener, Griechen, Spanier, Osteuropäer oder Türken und deren Speisen und Gebräuche gewöhnt haben.

Claus von Hauenschild.



Flüchtlinge in der Nachbarschaft muss jeder "ertragen"

 Hauenschild ergänzte, dass man das „ertragen“ müsse, wenn Flüchtlinge in die Nachbarschaft ziehen: „Genau so, wie ich eine neue Straße oder eine neue Schule in meinem Viertel ertragen muss – da kann ich nicht vor Gericht ziehen und klagen, weil angeblich mein Wohnwert sinkt, wenn neue Menschen zuziehen!“ Einig waren sich die Experten, dass es weltweit für so eine Situation keinen Masterplan gebe, „da kann eben wie in einer Firma auf neuen Wegen auch mal etwas schief gehen“, sagte Harlander: „Doch wir müssen auf die Kritiker und Nörgler offensiv zugehen, mit ihnen reden und ihnen die Flüchtlinge näher bringen.“ Brüntrup warnte vor Flüchtlingsgettos: „Die abgeschotteten Banlieus rund um Paris, das sind Brutstätten des Terrors! Wir müssen die Flüchtlinge in unsere Gesellschaft integrieren!“

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