Startschuss für Sicherheitswacht

Haar - Die Gemeinde Haar will eine kommunale Sicherheitswacht einrichten. Von der Polizei ausgebildete Bürger werden in Wohnsiedlungen und Parks patrouillieren.

Die Gemeinde reagiert damit entschlossen auf zunehmende Fälle von Ruhestörungen und Vandalismus.

Im Sommer sind die Telefone im Rathaus heißgelaufen: Bürger berichteten von Saufgelagen und Gegröle im Sportpark. Das Spielfeld war zeitweise übersät von Scherben und Dreck. Die Polizei kann dem Gelage kaum Herr werden, wie Karl-Heinz Schilling, Leiter der Polizeiinspektion Haar, zuletzt berichtete. Die Beamten könnten eben nicht überall gleichzeitig sein.

Die Gemeinde zieht deshalb die Konsequenzen und wird beim Innenministerium die Einrichtung einer Sicherheitswacht beantragen. Es ist nach Ansicht von Bürgermeister Helmut Dworzak und einigen Gemeinderäten „die zweitbeste Lösung“. „Mir wäre ein kommunaler Ordnungsdienst, der dem Rathaus unterstellt ist, lieber“, stellte Dworzak klar. Doch im Gemeinderat ist die Einrichtung einer solchen Truppe, die als eine Art Bürgerwehr wahrgenommen werden könnte, umstritten. Für die Sicherheitswacht fand sich im Rat jetzt eine breite Mehrheit, gegen sechs Stimmen aus CSU- und Grünen-Fraktion.

Die Sicherheitswacht wird sich aus bis zu 18 ehrenamtlichen Bürgern zusammensetzen, die von der Haarer Polizei ausgewählt und ausgebildet werden. Die Wächter bekommen eine Aufwandsentschädigung von 7,16 Euro in der Stunde. Sie sollen in Zweier-Teams zweimal die Woche an Brennpunkten Streife gehen, bekleidet nicht mit einer Uniform, sondern lediglich mit einem Kennschild „Sicherheitswacht“ an der Brust sowie einer hellgrünen Ärmelschlaufe oder einem blauen Blouson. Die Hilfs-Polizisten werden mit Funkgerät und Reizstoffsprühdose ausgestattet.

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