„Wir sind nicht die Verfolgungsbehörde. Das ist das Landratsamt.“ Bürgermeister Johann Eichler

Staub-Laster sorgen für starken Gegenwind

Aying - Vor allem ums Thema Kiesabbau drehten sich die Diskussionsbeiträge bei der Ayinger Ortsteilbürgerversammlung in Dürrnhaar.

Im „Ruland’s Inn“ referierte Bürgermeister Hans Eichler (PWH) ansonsten über Bevölkerungsentwicklung, Bebauungspläne, Schulen und anstehende Bauvorhaben.

Lebhaft und sehr emotionsgeladen entwickelte sich die Debatte zum Thema Kiesabbau nordwestlich von Dürrnhaar. Insbesondere Herbert Weigl ging nicht zimperlich mit der Gemeinde um. Er warf den Verantwortlichen, auch im Landratsamt, vor, es werde zu wenig für die Bewohner Dürrnhaars gemacht, wenn es um die Belastungen durch den Kiesabbau geht. „Da muss man erst der Landrätin schreiben, damit etwas passiert“, so Weigl. Viel zu selten sei die Baukontrolle vor Ort. Die Auflagen für den Kiesabbau würden laut Weigl nicht korrekt eingehalten werden. Was übrigens auch für die Grenzwerte bei der Feinstaubbelastung gelte.

Aus den Reihen der Anwesenden wurde auch Kritik am Rathaus laut, dass bei Anrufen nichts unternommen worden sei, wenn zum Beispiel Lkw-Transporte Staub aufwirbeln. Hans Weigl legte hierzu Fotos vor und forderte, dass sich die Gemeinde mehr den Befürchtungen der Bürger annehmen möge: „Die Gemeinde muss die Augen der Bürger widerspiegeln. Das wäre Bürgervertretung.“

Bürgermeister Eichler erwiderte, dass die Kommune auch auf die Augen der Bürger angewiesen sei. „Eine ständige Überwachung ist nicht möglich. Natürlich haken wir nach, wenn wir Beschwerden aus der Bevölkerung erhalten. Aber wir sind nicht die Verfolgungsbehörde. Das ist das Landratsamt.“

Christine Squarra forderte vom Rathauschef eine Zusage, dass die Gemeinde auch tatsächlich etwas unternimmt, wenn sich Einwohner an diese wendet. „Unsere Anliegen dürfen nicht bei der Gemeinde abprallen.“ Eichler sah dies ein: „Diese Hausaufgabe nehme ich mit!“

Der 55-Jährige merkte an, dass nicht immer so ein kräftiger Widerstand gegen den Kiesabbau vorherrschte. Das sei vor Jahren noch anders gewesen. Da es sich um eine Regionalplanung handle, habe die Gemeinde selbst nur bedingt Möglichkeiten, auf das Geschehen einzuwirken. „Uns beschäftigen die Fragen, ob ein ordnungsgemäßer Betrieb vor Ort möglich ist und wie er dort betrieben werden kann.“

Aktuell konnte Eichler berichten, dass nach derzeitigen Erkenntnissen das vorhandene Gutachten für den weiteren Kiesabbau nachgebessert werden muss. Im Ergebnis werde sich aber laut Informationen aus dem Landratsamt nichts ändern.

Die Bürgerinitiative Dürrnhaar beabsichtigt, zu den Themen Kiesabbau und Umgehungsstraße ein Petitionsverfahren beim Bayerischen Landtag anzustrengen. Auf die Anfrage, ob ein Kiesquetschwerk nach Dürrnhaar kommen wird, erklärte Eichler, dass es hierzu keinen Antrag gibt. Seine Stellungnahme war hierzu deutlich: „Wir wollen es nicht haben!“

Wolfgang Rotzsche

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