Stehende Ovationen und heiße Tänze

- TSV Unterhaching kriegt die Kurve - Wuppertal nun Gegner im Play-off-Viertelfinale

Unterhaching - Szenen wie diese hatten sich an der Jahnstraße schon lange nicht mehr abgespielt: Ben Ibata schnappte sich seinen Kapitän Norbert Kunstek und legte mit ihm eine kesse Sohle aufs Parkett der Schulturnhalle. "Wir haben uns einfach gefreut, dass es mal wieder so richtig über die Mitte funktioniert hat", begründete Ibata das Tänzchen der beiden Mittelblocker des TSV Unterhaching, das auch durch das Ergebnis der Partie gegen Maoam Mendig absolut gerechtfertigt war: Die Hausherren siegten 3:0 (25:23, 25:20, 25:21), kletterten dadurch zum Abschluss der Top-Ligarunde auf Rang fünf und treffen nun im Play-off-Viertelfinale auf den SV Bayer Wuppertal. Das erste Spiel steigt am Mittwoch (20 Uhr) im Unterhachinger Gymnasium, das zweite am Samstag (15.30 Uhr) in Wuppertal, wo am Sonntag (15.30 Uhr) auch ein eventuell notwendiges Entscheidungsmatch stattfinden würde.

Gegen Mendig zeigten die Hachinger, dass sie offenbar rechtzeitig vor der heißen Saisonphase die Formkurve nach oben bekommen haben. Eine Woche nach dem - trotz 1:3-Niederlage - unverkennbaren Leistungsanstieg in Wuppertal steigerten sie sich erneut und machten die Serie von zuvor sieben Niederlagen am Stück schon fast vergessen. "Es war ganz wichtig, wieder einmal das Gefühl des Sieges kennen zu lernen", schrieb Ibata dem Erfolg vor allem psychologischen Wert zu.

Auf dem Feld demonstrierte die Mannschaft von Beginn an, wie sehr sie sich dieser Bedeutung der Partie voll bewusst war. Entschlossene Aktionen, gegenseitiges Anfeuern nach Fehlern, befreiter Jubel nach jedem Punkt - der TSV praktizierte gegen sich heftig wehrende Mendiger echtes Teamwork. Lediglich ein Manko beklagte Trainer Mihai Paduretu: "Wir haben im ersten Satz zu viele Aufschlagfehler gemacht."

Auch durch den 2:6-Rückstand zu Beginn des dritten Satzes ließen sich die Hachinger nicht aus der Fassung bringen. "Die Mannschaft hat durch die Top-Ligarunde mit den vielen Spielen gegen schwere Gegner in puncto Aggressivität dazugelernt", erklärte Paduretu, warum seine Spieler sich problemlos wieder herankämpften. Bei 7:7 hatten sie schon ausgeglichen und obwohl Mendig den nächsten Punkt holte, signalisierte Kunstek seinen Nebenleuten während der folgenden technischen Auszeit durch selbstbewusste Mimik und gelassene Gestik: Es passt schon. Und wie es passte. Bis zum 20:20 konnten die Gäste mithalten, dann zog der TSV unwiderstehlich davon. Als Mika Pyrhönen nach 67 Minuten den ersten Matchball zum 25:21 verwandelte, brachten die 200 Zuschauer der Mannschaft längst stehende Ovationen dar. Auch solche Szenen hatten sich an der Jahnstraße lange nicht mehr abgespielt.

Umberto SavignanoGTEXT=TSV Unterhaching: Ibata, Kunstek, Alderman, Matthes, Liegsalz, Pyrhönen, Zimakijevic, Schwaack, Zeitler, Gärtner, Kronseder

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