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Katharina Graunke heißt die Bundestagskandidatin der Kreis-ÖDP.

ÖDP stellt Bundestags-Kandidatin auf

Katharina Graunke setzt auf Landwirtschaft

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Landkreis –Katharina Graunke aus Unterhaching geht für die Kreis-ÖDP in den Bundestagswahlkampf. Auch wenn die Chancen eher schlecht stehen.

Die ÖDP im Landkreis München zieht mit einer Biologin in die Bundestagswahl 2017. Katharina Graunke (34) aus Unterhaching will den Wahlkreis 221 mit dem Thema Landwirtschaft erobern. 

Zunächst wird es für den Kreisverband aber darauf ankommen, die Kandidatin aussichtsreich auf der Landesliste zu positionieren. Mit 84 Mitgliedern stehen dem Verband am 18. Februar auf dem Sonderparteitag in Regensburg fünf Delegierte zu. Fünf sichere Stimmen für Katharina Graunke.

Gefragt nach Graunkes Erfolgsaussichten, äußerte sich Kreischef Bernd Knatz (67) aus Unterschließheim gebremst optimistisch. Die vorderen Ränge auf der Liste würden von führenden Köpfen im Landesverband beansprucht. „Da ist ein großes Gedränge.“ Obwohl die Partei in Bayern am stärksten ist, hat es noch nie ein Ökodemokrat von der Landesliste in den Bundestag geschafft. 

Als aussichtslos muss auch der Weg über die Direktkandidatur gelten. Im Wahlkreis München-Land, den trotz aktueller Vorwürfe der unsauberen Amtsführung der CSU-Kandidat Florian Hahn dominiert, bemüht sich selbst die SPD, ihre Direktkandidatin Bela Bach über die Liste abzusichern. 

Bei den Bundestagswahlen 2013 errang die ÖDP beinahe ihr Spitzenergebnis – mit 0,3 Prozent. Lediglich 1990 und 1994 waren sie mit 0,4 Prozent noch stärker. Bei den Landtagswahlen im Stammland Bayern kommen sie immerhin auf zwei Prozent.

Dennoch sind ÖDP-Kandidaten noch nie über den Bezirkstag hinausgelangt. Einziger Ausreißer ist Klaus Buchner, der seit 2014 im EU-Parlament sitzt. Den Erfolg verdankt die Partei dem Wegfall der Sperrklausel. Buchner reichten 0,6 Prozent. Kreisverbands-Sprecher Knatz hält die Kandidatur für den Bundestag dennoch für wichtig. „Als Partei, die deutschlandweit mitreden will, muss man auch in Berlin mitmischen.“

Ein guter Teil des Wahlprogramms der ÖDP besteht aus ganzheitlichen Themen wie auch Graunkes Schwerpunktthema eines ist: Landwirtschaft. Dennoch wird sich der Kreisverband mittelfristig weiter auf kommunale Parlamente konzentrieren. Mit Katharina Graunke glauben die Ökodemokraten im Landkreis ein politisches Talent aufgestellt zu haben, das Potenzial für mehr hat. 

Über die Direktkandidatur und ihren Auftritt im Februar in Regensburg soll ihr Bekanntheitsgrad erhöht werden. Im Herbst 2018 stehen Landtags- und Bezirkstagswahlen an. Auch wenn Knatz sich nicht festlegen will, eine Kandidatur der dann 36-jährigen Biologin hält er durchaus für denkbar. 

Auf der Wahlkreisversammlung des Kreisverbands in Ottobrunn erhielt Graunke elf von elf möglichen Stimmen, bei einer Enthaltung. Die Unterhachingerin steht für eine nachhaltige Landwirtschaft, für die Umweltschutz kein Widerspruch sein soll. „Achtung vor der Natur und Respekt für jedes Individuum“ seien ihr in die Wiege gelegt worden, sagte sie. Agrarwirtschaft soll nicht mehr größter Umweltzerstörer sein. Graunke will das Potenzial der Landwirtschaft zum Umweltschutz fördern. Sie fordert eine Steuer auf Kohlendioxid (CO2) produzierende Produkte und finanzielle Vorteile für CO2-bindende Waren. Graunke möchte, dass Bank- und Börsengeschäfte separiert werden. Und in der Familienpolitik will sie „Erziehungsarbeit“ steuerlich begünstigen.

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