Stets über Aufgaben hinaus engagiert

- Schwester Ursel mit Kronenkreuz geehrt

Hohenbrunn - Pfarrer Rudolf Ruf zitierte aus dem Alten Testament, in dem der Psalmbeter sagt: "Unser Leben währet 70 Jahre und wenn`s hoch kommt sind es 80 gewesen." Damit versuchte der Vorstand des Diakoniewerks Hohenbrunn einen Wandel im Empfinden zum Ausdruck zu bringen. Früher sei das Erleben des 80. Geburtstags eben noch etwas Besonderes gewesen, heutzutage indes "gehört das für viele zur Selbstverständlichkeit". Umso mehr war es Ruf ein Anliegen, den 80. Geburtstag von Ursula Hertel hervorzuheben. Die "verehrte Schwester Ursel", wie Ruf sie nannte, lebt inzwischen nämlich selbst dort, wo sie jahrelang gewirkt hatte: im Alten- und Pflegeheim der Diakonie Hohenbrunn. Für ihre Verdienste wurde Ursula Hertel an ihrem Geburtstag jetzt mit dem Kronenkreuz der Diakonie in Gold ausgezeichnet.

Pfarrer Ruf bezeichnete es in seiner Laudatio als "ein großes Bedürfnis" von Kirche und Diakonie, "Ihnen einen besonderen Dank auszusprechen". Als 23-Jährige kam Ursula Hertel 1945 nach Tegernsee, wo sie zusammen mit zwölf anderen Frauen nach den Kriegswirren einen neuen Lebensinhalt suchte. Sie avancierte zum Urgestein der neuen, der Diakonie verpflichteten Schwesternschaft. Im zerbombten München widmete sich Schwester Ursel der kirchlichen Jugendarbeit, lernte im Reisedienst des evangelischen Jugendwerks die Nachkriegsnöte kennen und machte sich einen Namen als temperamentvolle, engagierte sowie allen neuen Wegen aufgeschlossene Führungspersönlichkeit. "Viele Weggenossen der damaligen Phase denken mit verklärten Augen an diese Jahre", erinnerte Pfarrer Ruf.

Der Titel der Abschlussarbeit des Seminars für Gemeindediakonie 1967 in Heidelberg stand für Ursula Hertels Von Ruhestand nichts zu spüren weitere Arbeit: "Über das Verhältnis von Mutterhausdiakonie und Gemeindediakonat." Mutterhaus und Tagesstätte in Ottobrunn wurden ihre Heimat, von 1967 bis 1984 widmete sie sich der Fortbildung der Gemeindeschwestern und übernahm die Leitung des Schwesternringes in Bayern.

"Dass Sie sich immer über Ihr eigentliches Aufgabengebiet hinaus - in vielen Projekten und Initiativen - engagierten, zeichnet sie besonders aus", sagte Pfarrer Ruf bei der Verleihung des Kronenkreuzes in Gold. "Seit wann man im Hinblick auf Ihre Person von Ruhestand reden konnte, habe ich nicht ermitteln können." Martin Becker

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