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Das Straßlacher Bürgerhaus belastet immer noch die öffentlichen Kassen.

Wegen Bürgerhaus

Haushaltsdebatte: Gemeinde erhöht Grundsteuer

Straßlach-Dingharting - Noch immer belasten die Ausgaben für das Bürgerhaus die öffentlichen Kassen. Nun erhöht die Gemeinde die Grundsteuer.

Ein Wendehammer im Gewerbegebiet und neue Fenster für den Kindergarten von Großdingharting: Das sind heuer die größten Investitionen, die in der Gemeinde Straßlach-Dingharting anstehen. Die Kommune ist noch dabei, wie es Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung formulierte, „sich die Wunden zu lecken“ nach dem Kraftakt Bürgerhaus, der bis einschließlich 2015 doch die Kassen erheblich belastet hat. Eine Folge davon: Die Grundsteuer wird erhöht.

Entsprechend ist der Haushalt heuer, der jetzt einstimmig verabschiedet worden ist, eine übersichtliche Angelegenheit. Die Gemeinde hantiert mit einem Gesamtvolumen von 7,6 Millionen Euro, von denen nur 1,3 Millionen auf den Vermögenshaushalt entfallen. Größter Brocken im Verwaltungshaushalt ist freilich die Kreisumlage, die heuer satte 1,99 Millionen Euro ausmacht und damit um 300 000 Euro gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2005 hatte die Kreisumlage überhaupt nur 760 000 Euro betragen, wie Kämmerer Franz Kurz in einer Grafik aufzeigte.

Straßensanierungen, für die Straßlach-Dingharting alljährlich sonst 250 000 Euro einplant, wurden dieses Jahr gestrichen – zugunsten des Wendehammers. Und auch wenn man davon ausgeht, dass auch 2016 wieder rund eine Million Euro an Gewerbesteuern in die Kassen fließt: Ganz ohne die Rücklagen angreifen zu müssen, kommt die kleine Gemeinde bis Dezember nicht über die Runden. 683 000 Euro werden heuer vermutlich dem Sparbuch entnommen werden, dann blieben bis Ende des Jahres noch immer „knapp über drei Millionen“ auf der hohen Kante. Gleichzeitig werden aber auch heuer Schulden getilgt (120 000 Euro), was den Schuldenstand bis Silvester auf 2,4 Millionen Euro reduzieren wird.

Interessant für die Bürger ist, dass die Gemeinde dieses Jahr erstmals seit 2008, als die Hundesteuer erhöht worden ist, wieder Steuern anhebt. Und zwar wird für die Grundsteuer A und B der Hebesatz von 290 auf 310 nach oben geschraubt. Anlass ist, dass auch der Staat den Nivellierungshebesatz angehoben hat und die Gemeinde jetzt nachziehen muss, um finanzielle Einbußen zu vermeiden. Sienerth rechnete: „Bei 1500 Grundstücken, die zu besteuern sind, macht das im Schnitt 20 Euro aus pro Eigentümer. Wir fanden das ein vertretbares Maß.“

Ansonsten wurde nicht viel diskutiert über das Zahlenwerk, das der Bürgermeister lobte als „überzeugend und verständlich“. Nachfragen bezogen sich nur auf den Kindergarten, der die Gemeinde auch im kommenden Jahr noch beschäftigen wird – das Gebäude gehört untermauert, es ist feucht. Lotte Gießler, BB, meinte: „Den Haushalt kann man lassen, wie er ist. Was uns aus der Bahn schmeißt, ist die Kreisumlage. Aber die kann man ja nicht ändern.“ Florian Zweckinger, CSU, mahnte, auch die Bürger müssten zur Kenntnis nehmen, dass wir „nicht mit dem Füllhorn rumlaufen können“. Darauf Hans Sienerth: „Von uns wird oft erwartet, dass wir uns wie Grünwald verhalten“. Das aber sei schlicht unmöglich.

Andrea Kästle

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