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Boote ohne Ende sind im Sommer auf der Isar unterwegs.  

Neue Regeln geplant

Bootfahren auf der Isar: Landkreis München schert aus

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Regeln und Verbote für Bootfahrer auf der Isar sorgen für Wirbel. Der Landkreis München fährt eine andere Strategie.

Isartal – Perfektes Isarwetter: Etliche Wassersportler nutzen die heißen Sommertage für eine Tour. Ziemlich lebhaft geht’s auf dem Fluss zu: Kanu- und Kajakfahrer, Floße, Schlauchboote und Schwimmer in Massen. Während der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und die Stadt München den Isarverkehr eindämmen und klare Regeln erlassen wollen, fährt der Landkreis München eine andere Strategie: „Der Landkreis setzt derzeit auf Einsicht statt Verbote. Fahrverbote auf der Isar sind im Moment nicht geplant“, betont Landratsamtsprecher Tobias Kleinert auf Nachfrage.

Etliche Rettungseinsätze

Ganz anders die Nachbarn. Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen kündigt eine Verordnung an, die den Verkehr auf der Isar klar regeln soll. Hintergrund ist auch die stark gestiegene Zahl an Rettungseinsätzen entlang der Isar, bei denen Ehrenamtliche immer wieder Bootfahrer in Not retten müssen. So hatten 79 Einsatzkräfte plus Hubschrauber im August 2017 fünf Schlauchbootfahrer und ihre zwei Hunde bei Straßlach befreit, die trotz Hochwassers zur Bootstour aufgebrochen und dann in der Isar an einem Baum hängen geblieben waren. Und auch schon einigeFloß-Touristen mussten gerettet werden.

Während der Landkreis München weiterhin an die Vernunft der Isarfreunde appelliert, macht Tölz-Wolfratshausen nun ernst. Man könne nicht nichts tun, betonte Bad Tölz-Wolfratshausens Landrat Josef Niedermaier im Kreistag. „Damit werden wir auf kein Verständnis bei den Rettern stoßen.“ Man werde sich „auf den schwierigen Weg“ zu einer Verordnung machen, auch wenn das bedeute, „dass wir touristische Gruppen, bei denen wir sonst werben, beschneiden“. Zum Beispiel Floßfahrer.

„Verkehr wie auf der A95“

Ähnlich strikt will die Stadt München vorgehen – und „beabsichtigt, Regelungen zum Schlauchbootfahren zu erlassen“, teilt das Referat für Gesundheit und Umwelt mit. Maiko Alpers von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Geretsried betont gegenüber der tz: „Im letzten Jahr hatten wir allein 42 Rettungseinsätze bei Booten auf der Isar.Es wird immer schlimmer. Auf der Isar geht’s zu wie auf der A 95. Da fahren in einer Stunde 200 Boote.“

Die geplanten Regeln und massiven Einschränkungen sorgen nicht überall für Begeisterung. Zum Beispiel bei den Kanufahrern. Michael Schleusener von den „Einzelpaddlern“ fürchtet, dass ein generelles Fahrverbot auch vielen Kindern das „wichtige Erleben von Natur“ nähme.

Kritik der Kanufahrer

Christof Waldecker vom Bayerischen Kanuverband hatte Landtagsabgeordnete in Wolfratshausen zu einer Isartour von der Marienbrücke in der Pupplinger Au bis nach Kloster Schäftlarn eingeladen, um über die Verordnung und Probleme zu diskutieren. „Wir wollen verdeutlichen, dass nur viel Aufklärung und der Blick auf alle Nutzungsformen Lösungen bringen kann“, betonte er. Verbote und viele Regeln greifen nach Ansicht des BKV zu kurz. „Strenge Richtlinien gibt es doch bereits“, meinte Sissi Waldecker.

Vorrangig sei für den BKV viel mehr eine Umsetzung der geplanten europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Waldecker meint: „Sie würde eine Verbesserung der ökologischen Gewässerqualität und der Durchgängigkeit von Flüssen bedeuten.“

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