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Der erste Träger der Bürgermeisterkette: Hans Sienerth.

Bürgermeister Hans Sienerth bekommt eine Amtskette

Besser spät als nie

Straßlach-Dingharting - Die Gemeinde steht nicht im Ruf, jede Mode mitzumachen. Trotzdem beschloss jetzt der Gemeinderat, dem Rathauschef eine Amtskette zu kaufen.

Rundherum sind die Rathäuser ja auch ausgestattet mit einem entsprechenden Schmuckstück, dem Straßlach-Dinghartinger Gemeindeoberhaupt Hans Sienerth (parteifrei) ist es erst letztens wieder passiert bei der Beerdigung von Hubertus Lindner in Grünwald, dass er gefragt wurde von den Kollegen: Ob er seine Amtskette vergessen habe anzulegen.

Schon im Januar war ein entsprechender Grundsatzbeschluss gefasst worden – nur Lotte Gießler war damals gegen die Anschaffung des Bürgermeister-Stücks gewesen. Jetzt wiederholte sie noch einmal ihre Haltung: „Wir sind eine bäuerliche Gemeinde. Eine Amtskette für 13 000 Euro halte ich für übertrieben.“ Mit ihr stimmten am Ende vier Gremiumsmitglieder gegen das Schmuckstück – ob sie generell eine Amtskette ablehnen oder ihnen nur der letztlich abgesegnete Entwurf nicht gefiel, blieb offen.

Zur Wahl standen drei Modelle – wobei eigentlich nur eines wirklich diskutiert worden ist: die Kette von Goldschmied Heiner Arntz aus München, der auch selbst bei der Sitzung anwesend war. Sein Entwurf besteht aus zwölf Medaillons, die im Halbrelief Ansichten zeigen aus allen Gemeindeteilen und die verbunden werden durch silber-blaue Wappenschilde. Der zentrale Anhänger zeigt das Gemeindewappen, dessen Farbflächen emailliert werden – wie die blauen Flächen der Wappenschilde auch. Wie gesagt, 13 000 Euro soll die Silberschmiede-Arbeit kosten. Die Alternativen waren entweder noch teurer – oder ihnen war gar keine ausgefeilte Kostenschätzung beigefügt. Deshalb schieden sie mehr oder weniger von vornherein aus.

Derweil wurde die vorgestellte Variante gründlich besprochen. Sabine Hüttenkofer von den Grünen, der die Kette mit den vielen Bayernwappen zu wuchtig erschien, regte an, ein paar dieser Schilde wegzulassen, stattdessen die Plaketten mit den Ortsteil-Ansichten nur mit Silberringen zu verbinden. Der Vorschlag wurde nicht weiter verfolgt. Gertraud Schad (UWV) fand das Gemeindewappen zu dominant, Leonhard Schlickenrieder (Grüne) hätte gern, vor allem, um Geld zu sparen, auf ein paar der Medaillons verzichtet.

Während die Mehrheit im Gemeinderat durchaus einverstanden war mit der präsentierten Ausführung. Albert Geiger (BP) sagte: „Entweder mach ma’s gscheit oder wir lassen es.“ Die Kette werde ja vielleicht auch noch in 100 Jahren getragen. Florian Zweckinger (CSU) dachte ähnlich („die Kette is a sauberne Sach“), sagte aber, die Emailleflächen sollten besser matt gehalten werden und nicht glänzend: „Sonst spiegelt es, wenn mit Blitz fotografiert wird.“ Man wollte wissen, ob das Kreuz im Gemeindewappen in Silber geplant ist (ja), ob das Wappen auch silbern eingefasst ist (ebenfalls ja).

Schließlich kam das Placet fürs Geschmeide. „Jetzt wird der Bürgermeister an die Kette gelegt“, feixten hinten zwei Besucher.

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