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Münchener Golfclub in Straßlach 

Golfer wollen in Außenbereich

Straßlach-Dingharting - Der Münchener Golfclub will expandieren. Die Gemeinderäte sind nicht glücklich über diese Pläne.

Seit 1962 ist der Münchener Golf Club auch in Straßlach zuhause. Jetzt wollen die Betreiber ihr Riesengelände umstrukturieren - und einen Wirtschaftshof auf die grüne Wiese gleich beim südlichen Ortseingang pflanzen. Grünes Licht gab’s dafür vom Gemeinderat allerdings nicht.

Problem ist wie überall in der kleinteiligen Gemeinde am Isarhochufer: Der anvisierte Baugrund östlich der Tölzer Straße, südlich vom Deigstettener Weg, liegt im Außenbereich - und im Wasserschutzgebiet. Außerdem gehört er der Landeshauptstadt, von ihr müssten die Golfer die nötigen 6000 Quadratmeter pachten. Wobei der Gemeinderat nicht nur fand, dass sich das Bauvorhaben nicht stimmig einfügt in die Landschaft. Ihm schien das Ganze auch zu groß dimensioniert.

Ob man nicht wenigstens die vorgestellten drei Gebäude zu zwei Anwesen zusammenfassen könne, indem man etwa die Halle für Maschinen und Gerät einfach aufstockt und dann ins Obergeschoss die ebenfalls gewünschten Sozialräume verlegt, fragte etwa Peter Schneider, UWV. „Die drei Bauten haben schon eine gewisse Mächtigkeit.“ Albert Geiger, BP, wollte an der Stelle beim südlichen Ortseingang überhaupt keine Bebauung sehen: „Die reißt die Landschaft auf. Der Erhalt der Landschaft ist auch ein Wert.“ Auch Matthias Spindler, FWG, fand: „Der Standort ist nicht unbedingt geeignet.“ Nur Herbert Mack, CSU, befürwortete letztlich das Vorhaben - wenn auch nicht begeistert: „Ich glaube, dass man die Bebauung, wenn sie entsprechend eingegrünt ist, ertragen kann.“

Wie Christoph Neumann, designierter Vorstand für Liegenschaften und Infrastruktur im Club, dem Gremium ausgiebig erläutert hatte, will der Verein sein Straßlacher Gelände, das er bis 2040 gepachtet hat, grundsätzlich umgestalten. Einen Grünordnungsplan erstellen fürs viele Grün rund um die 27 Loch-Anlage. Ein Konzept machen, wie man dort bis 2025 gut und gern über die Runden kommt. Und gleichzeitig die Maschinen und Geräte, die jetzt noch draußen stehen oder beim nächsten Bauern untergestellt werden, aufs Gelände holt. Das angedachte Areal sei dafür „optimal“, man wolle dort die nötigen Wirtschaftsgebäude bündeln „auf kleinstmöglicher Fläche“ - darin bestehe der „Charme dieser Lösung“. Vorgesehen im dreiteiligen Hof ist eben schon besagte Halle für Geräte und Fuhrpark, eine Werkstatt, außerdem Sozialräume, in denen die Greenkeeper sich umziehen und auch duschen können. Mit einem Extra-Bereich auch für Frauen, wie es ihn jetzt vor Ort noch gar nicht gibt.

Die momentan genutzte Halle bei den Parkplätzen, nördlich vom Deigstettener Weg, könne dann wiederum verwendet werden, um dort Caddy-Boxen und Elektrocars einzustellen. Das Clubhaus, östlich von dieser Halle gelegen, würde bleiben, wie es ist. „Das wäre dann“, meinte Neumann, „alles, was wir bis 2025 brauchen“. Weiter gehe es nur noch darum, intern den Platz zu optimieren, zwei Bahnen würden durchschnitten vom Deigstettener Weg - wenig günstig. Man gehöre unter den Golfclubs zu den „Top Five“ in Deutschland, arrangiere sich trotzdem mit beengten Verhältnissen. Müsse auf manches von vornherein verzichten, etwa mangels Platz auf eine Open.9-Anlage wie in Eichenried.

Die geplante Halle aufzustocken, wie Schneider vorgeschlagen hatte, sei prinzipiell vorstellbar, allerdings werde sie dann eher mächtig daherkommen, und heizen müsse man sie auch. Sozialräume wiederum in einem der Untergeschosse anzusiedeln - dafür war Neumann weniger zu gewinnen.

Letztlich entschied der Gemeinderat nur soviel: Dass die Golfer überlegen müssen, ob ihnen nicht doch die jetzige Halle reicht. Wenn man sie ertüchtigt. Oder sie durch einen Neubau ersetzt. Oder zusätzlich zur erweiterten Halle ein weiteres Gebäude gegenüber auf der anderen Straßenseite errichtet.

„Es ist ja positiv, dass der Golf Club ein Gesamtkonzept anstrebt“, fasste Bürgermeister Hans Sienerth (Parteifrei) die Diskussion zusammen, „aber wir bleiben im Außenbereich und im Wasserschutzgebiet. Das Ganze ist ein schmaler Grat“.

Andrea Kästle

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