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Geschichtsforum zu Geschwistern Scholl: Mit dem Bogen zur Zeitgeschichte

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Von: Andrea Kästle

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Die Gründer der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, Hans und Sophie Scholl, bekommen jetzt in Straßlach viel Raum zur geschichtlichen Betrachtung.
Die Gründer der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, Hans und Sophie Scholl, bekommen jetzt in Straßlach viel Raum zur geschichtlichen Betrachtung. © Archiv dpa

Vor gut einem halben Jahr hat Straßlach-Dingharting das „Geschwister Scholl-Forum“ im Bürgerhaus und auf dem Vorplatz eröffnet, jetzt wurden erste hochspannende Veranstaltungen beschlossen, die das „örtliche Angebot zur politischen Bildung“ prägen sollen.

Straßlach-Dingharting - Auf dem Programm, für das ein Arbeitskreis mit Gemeinderäten, aber auch anderen Bürgern aus Straßlach-Dingharting Ideen gesammelt hat, stehen für 2022 bislang eine Ausstellung, außerdem ein „musikalischer Kulturabend“, an dem auch Hildegard Kronawitter, die Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung, zu Wort kommen soll. Weiter geplant: ein Open-Air-Filmabend, bei dem „Die letzten Tage der Sophie Scholl“ gezeigt wird, im Oktober wird dann Pavel Taussig in die Gemeinde kommen, ein Zeitzeuge, der das KZ Auschwitz überlebt hat. „Das sind die Fixsterne, die wir vorgesehen haben“, meinte der Rathauschef. Unter Umständen komme die eine oder andere Veranstaltung noch dazu.

Gleichzeitig will Straßlach-Dingharting eine „kleine Bücherei“ errichten in ihrem Rathausfoyer, die hinter Glas literarische Werke und Bücher präsentiert, die über die NS-Zeit in Deutschland informieren.

Forum soll auch äußerlich gestaltet werden

Aber das ehrgeizig geplante Forum, das nach den mutigen Geschwistern benannt ist, soll auch äußerlich gestaltet werden. Eine Stele im Außenbereich soll das Forum als Forum auszeichnen, gleichzeitig ist geplant, auch eine der Innenwände im Foyer zu gestalten, möglicherweise mit einem Motiv, das den Vorplatz der Uni in München zeigt. Dort sind bekanntlich in Stein einige der Flugblätter eingelassen, die die Geschwister in der Uni verteilt haben – was ihnen letztlich zum Verhängnis geworden ist.

Genau darüber, über die Gestaltung im Innenbereich des Bürgerhauses, wurde im Gremium dann noch ein wenig diskutiert. Niko Stoßberger von der CSU etwa fand das Motiv so, wie es dem Gremium gezeigt worden ist, nicht ganz glücklich. „Man sollte das vielleicht noch einmal ein bisschen überdenken“. Es sei nicht gleich ersichtlich, was dargestellt werden soll.

Nur Albert Geiger war skeptisch

Als einziger im Gemeinderat sah Albert Geiger von der Bayernpartei nicht ganz ein, dass für das Forum Steuergelder ausgegeben werden sollen. „Die Gemeinde sollte zur Unterstützung Spenden anwerben“, regte er an. Überdies war er der Ansicht: „Es muss ja im Forum nicht gleich alles verwirklicht werden.“ Was Sienerth dann weit von sich gewiesen hat: „Ich empfände es als Schande, für politische Bildung vor Ort Spenden einzusammeln. Wer A sagt, muss jetzt auch B sagen.“

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