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Neue Hackschnitzelanlage für Straßlach-Dingharting

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Von: Andrea Kästle

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Rathaus Straßlach
Auch das Straßlacher Rathaus soll demnächst mit der Hackschnitzelheizung erwärmt werden. © Andrea Kästle

Die Gemeinde will ihre Nahwärmeversorgung neu aufzustellen und dabei gleich den nächsten Schritt in Richtung klimafreundliche Gemeinde zu tun.

Straßlach-Dingharting - Ihre Liegenschaften rund ums Rathaus hat die Gemeinde lang über ein kleines Blockheizkraftwerk, das im Rathaus selbst untergebracht war, mit Energie versorgt. Jetzt ist das Kraftwerk in die Jahre gekommen. Auf einem Grundstück im Gewerbegebiet Mitterstraßweg soll eine Hackschnitzelanlage errichtet werden, die dann auch gleich die Gewerbegebiete der kleinen Gemeinde energetisch versorgen kann.

Angst vor Holzknappheit

„Mich hat das Ganze überzeugt, ich kann dahinter stehen“, eröffnete Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei) die Diskussion. Die verlief nicht besonders kontrovers, letztlich war Albert Geiger von der Bayernpartei der Einzige im Gremium, der das Projekt etwas skeptisch sah. Er meinte: „Wir haben ein Gasnetz, das funktioniert.“ Er fürchte, es könne in Bayern in einigen Jahren das Holz knapp werden. „Dann explodiert der Preis.“

Der Rest im Gemeinderat sah die Angelegenheit anders. Zweiter Bürgermeister Peter Schneider von der UWV sagte: „Ich find’s super, wenn man nachwachsende Rohstoffe verheizt, das machen andere Gemeinden schon lang. Es ist der richtige Weg.“ Straßlach-Dingharting liege in einer waldreichen Gegend. CSUler Helmut Schwarz, der selbst auch eine Landwirtschaft führt, sagte, er sei sicher, man könne den Holzbedarf „nur mit dem Aufwuchs aus der eigenen Gemeinde begleichen“. Auch Lorenz Schlickenrieder, Grüne und ebenfalls Landwirt, bestätigte: „Das bringen wir von der Gemeinde locker her.“

Gewerbegebiet mit einbinden

Letztlich waren dann auch alle der Meinung, dass, wenn man schon ein kleines Heizwerk baut, das dann auch die Gewerbegebiete mit versorgen soll. „Ich find’s gut, wenn wir die Gewerbegebiete mit einbinden“, sagte nicht nur Sabine Hüttenkofer von den Grünen. Sie regte auch an, das Projekt noch zu erweitern um Photovoltaik-Anlagen, was erst mal nicht weiter verfolgt wurde.

In derselben Sitzung erläuterte dann noch die Klimamanagerin Eva Kellner den Stand der Dinge bezüglich des Klimaschutzkonzeptes, das sich Straßlach-Dingharting gerade zulegt. Sie sagte, Teil des Konzeptes sei es, eine Energie- und Treibhausgasbilanz zu erstellen: „Wir befinden uns noch in der Phase, in der Analysen erstellt werden.“ Im September 2022 würden dann die Bürger eingeladen zu einem Workshop, der noch einmal festschreiben soll: „Wo wollen wir hin“. Letztlich soll das Konzept, meinte auch Bürgermeister Sienerth, als „Wegweiser für die nächsten vier, fünf Jahre herhalten. Was heute theoretisch klingt“, sagte er weiter, „wird morgen die Praxis, dann fangen wir mit echten Projekten an“. Und Keller fügte auch gleich an, sie finde das Projekt Hackschnitzel schon einmal super, „da kann ich mich auch gleich um Fördergelder kümmern.“

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