Kreisklinik Wolfratshausen
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Für den Erhalt der Kreisklinik Wolfratshausen haben sich die Stadtratsgremien aus Wolfratshausen und Geretsried in einer gemeinsam formulierten Resolution ausgesprochen. Auch die angrenzenden Gemeinden im Landkreis München wollen sich dafür stark machen.

Gemeinde befürchtet eine Stilllegung

Straßlach kämpft für Erhalt der Kreisklinik in Wolfratshausen

  • VonAndrea Kästle
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Auch die Gemeinde Straßlach-Dingharting ist wenig glücklich über die Pläne, die Kreisklinik Wolfratshausen neu aufzustellen – und unter Umständen aus der öffentlichen Trägerschaft zu entlassen. Bei der jüngsten Sitzung einigte sich der Gemeinderat darauf, nicht nur eine Resolution zu verfassen, sondern sich mit einer Art „Petition“ an den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zu wenden.

Straßlach-Dingharting - Um zu verhindern, dass das Krankenhaus, in dem auch Straßlacher und Dinghartinger bei Bedarf behandelt werden, einem privaten Träger übergeben oder, was ebenfalls in der Diskussion ist, in einen „Gesundheitscampus“ integriert wird. Letztlich steht zu befürchten, dass die Klinik als Teil eines „Gesundheitscampus“ am Ende stillgelegt würde, wie Bürgermeister Hans Sienerth, parteifrei, dem Gremium erläuterte. In einem Campus würde die Klinik zu einem Ambulatorium degradiert, in dem man sich zwar schnell helfen lassen kann vom Arzt; wer stationär aufgenommen werden muss, würde aber mit Sicherheit weiter vermittelt. Und was den privaten Träger angeht, dürfe man davon ausgehen, dass der dann Teile der Klinik, die nicht rentabel sind, schnell abstößt. So wie das Krankenhaus Bad Tölz sich ja auch von seiner Geburtsstation getrennt hat.

Medizinische Grund- und Notfallversorgung erhalten

All das wollen die Straßlach-Dinghartinger freilich nicht, „wir würden“, meinte Rathauschef Sienerth, „den Bürgern einen Bärendienst erweisen“, wenn man nichts unternehmen würde gegen die Überlegungen im Nachbar-Landkreis.

Die Petition gleicht vom Inhalt her den Resolutionen, die schon die Gemeinden rundherum, unter anderem auch Schäftlarn und Icking, aufgesetzt haben, um gegen die Umstrukturierung der noch in öffentlicher Trägerschaft befindlichen Klinik zu protestieren. Darin heißt es jetzt, die Kreisklinik sei „in kommunaler Trägerschaft und Betriebsführung der medizinischen Grund- und Notfallversorgung“ zu erhalten. Dabei solle das Mindestspektrum der angebotenen Leistungen umfassen: eine vollwertige Abteilung für innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, gebraucht würden zudem eine „ständig besetzte Notaufnahme“ sowie eine stationäre, klinische Geburtshilfe für die wohnortnahe Betreuung werdender Mütter. Auf den Text konnte sich das Gremium dann ohne Diskussion einigen.

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