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Eigentlich ist die Straße hinunter ins Mühltal für Radler gesperrt.

Klage eines Münchners

Straßlach bangt: Radlverbot  ins Mühltal wackelt

  • vonAndrea Kästle
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Immer wieder passieren Unfälle. Trotzdem könnte die Straße von Straßlach ins Mühltal bald offiziell für Radler geöffnet sein. 

Die Straße von Straßlach runter ins Mühltal sorgt in der kleinen Gemeinde immer wieder für Ärger. Weil es nicht erlaubt ist, dort mit dem Fahrrad runterzufahren. Weil aber die meisten Radler das trotzdem machen. Jetzt hat ein Münchner auch noch gegen das Radfahrverbot auf dem Berg geklagt.

Dabei kommt es auf dem steilen Berg immer wieder zu Unfällen, 2014 ist hier sogar ein Mann tödlich verunglückt – allerdings nicht auf dem Berg selbst, sondern unten, im Flachen. Brenzlige Situationen, in denen Radler fast einen Fußgänger umgemäht hätten, haben viele schon einmal beobachtet. Das Problem ist eben, dass die kommunale Verkehrsüberwachung lediglich den ruhenden Verkehr kontrollieren darf und die Radlraser in Straßlach nur die Polizei Grünwald in die Schranken weisen kann. Aber die hat freilich auch viel anderes zu tun.

„Es wird sich zeigen“, meinte Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei) in der letzten Gemeinderatssitzung bezüglich der anhängigen Klage, „ob unser Verbot zu halten ist oder nicht“. Aber wenigstens sei dann, so der Tenor dessen, was er sagte, wenn was passiert, nicht die Gemeinde schuld. „Dann kann der Richter die Kondolenzkarte schreiben.“

Derweil wurde im Gremium eifrig überlegt, wie die teils „völlig uneinsichtigen Radler“ (Frank Ritter, UWV), die „ihr Hirn abschalten, sobald sie im Sattel sitzen“ (Sienerth), denn möglicherweise einzubremsen seien. Florian Zweckinger, CSU, meinte, man müsse auf jeden Fall die Bußgelder erhöhen – die 20 Euro, die es kostet, wenn man radelnd auf dem Berg erwischt wird, seien nicht genug. „Jedes Verbot ist nur so wirksam wie die Konsequenzen“, meinte er. Peter Schneider, UWV, hingegen meinte, man solle auch die Radler blitzen. Schließlich sei es nicht besonders gefährlich, wenn die sehr langsam den Berg mit 17-prozentigem Gefälle hinunterrollen würden. Schwierig werde es eben nur, wenn sie zu schnell würden. „Damit könnten wir eine abschreckende Wirkung erzeugen.“ Hans Sienerth wiederum fand, beizukommen sei dem Ganzen nur, wenn irgendwann Nummernschilder auch für Radler eingeführt werden.

Gekommen war das Gremium auf das Thema überhaupt nur, weil der Isartalverein beantragt hatte, das Radeln auch auf dem Damm zwischen der Dürrnberger Brücke und der Mühle zu verbieten. Das aber, wurde im Gremium festgehalten, würde sich nicht durchsetzen lassen. Sienerth: „Da führt kein Weg hin“, umso weniger, als das Gelände in Privatbesitz ist. Und auch wenn die Straßlach-Dinghartinger genervt sind von uneinsichtigen Radlern – es wären auch nicht alle im Gremium dafür gewesen, hier ein weiteres Verbotsschild aufzustellen. „Man muss doch wirklich nicht alles reglementieren“, meinte Florian Brunsch von der FWG.

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