Landesinnenminister: Terrorverdächtiger in der Uckermark gefasst

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Mögliche Unterkunft: Das Landratsamt will die Turnhalle im Bürgerhaus prüfen.

Klare Meinung in Straßlach

Bürgerhaus als Unterkunft keine Option

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Straßlach-Dingharting –CSU-Abgeordneter Florian Hahn spricht über globale Herausforderungen der Flüchtlingspolitik. Doch die hundert Bürger interessiert nur eines: Wird die Turnhalle zur Flüchtlingsunterkunft?

Die Turnhalle im Bürgerhaus von Straßlach-Dingharting ist belegt gewesen. Zwölf Volleyballer haben dort am Dienstagabend ein Netz aufgespannt und spielen sechs gegen sechs. Also weicht die CSU an diesem Abend aus in den Mehrzweckraum im ersten Stock des Bürgerhauses, um darüber zu reden, was denn künftig sein wird, wenn die Turnhalle dauerhaft belegt sein wird. Und zwar nicht von Straßlacher Volleyballern, sondern von Flüchtlingen. 

Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei) sagt in seinem Schlussplädoyer das, was wohl viele Straßlacher und Dinghartinger meinen: „Wir sind nicht gegen Flüchtlinge oder Ausländer, aber wir sind dagegen, dass man sie in unserem Bürgerhaus unterbringt.“ 

Das Landratsamt erwägt, in der Turnhalle im Bürgerhaus Flüchtlinge einzuquartieren. Mitarbeiter der Behörde sollen sie demnächst auf ihre Eignung prüfen. Diese Nachricht hat in Straßlach für Aufsehen und bei einigen auch für Unmut gesorgt. 

Seitdem bemüht sich Sienerth, stets und überall zu betonen: Er sei überzeugt, dass das Landratsamt sehen werde, dass man in einem Bürgerhaus keine Flüchtlinge unterbringen könne. Er verweist auf den Kindergarten, das Jugendzentrum und die Schule in unmittelbar Nähe. Und außerdem habe die Kommune ihre Hausaufgaben gemacht, sagt er: „50 anerkannte Plätze wären in Straßlach-Dingharting sofort belegbar.“ 

Doch wie alle Bürgermeister von Feldkirchen bis Pullach kann sich auch Sienerth momentan nicht sicher sein, wie das Landratsamt in Sachen Turnhallen-Belegung entscheidet. Aber genau das wollen die rund einhundert Besucher wissen, die am Dienstag zur CSU-Bürgerdiskussion gekommen sind. Die Veranstaltung trägt den Titel: „Asylsuchende vor Ort“. 

Die Straßlacher CSU um Moderator Reinhold Lang präsentiert CSU-Bundestagabgeordneten Florian Hahn sozusagen als Stargast des Abends. Der außenpolitische Sprecher der CSU im Bundestag spricht in erster Linie über die große Weltpolitik, über Mali, Syrien und Ägypten.

Frank Ritter, der stellvertretende Kommandant der Straßlacher Feuerwehr, stellt irgendwann klar, dass es heute um etwas anderes geht. Er sagt, viele seien hier wegen den Berichten zum Bürgerhaus in Straßlach. „Wir sprechen von dem Gebäude, in dem wir uns gerade befinden. Über welchen Zeitraum würden die Turnhalle belegt sein? Und wie läuft das überhaupt ab?“ 

Florian Hahn kann diese Fragen freilich nicht beantworten. Aber auch Sienerth tut sich zuweilen schwer. Zuerst gebe es einen Bescheid des Landratsamtes, sagt er. Dann regle das Technische Hilfswerk die Einrichtung innerhalb von zwei Wochen, vielleicht auch einem Monat. „Der Helferkreis wäre dann sicher gefragt.“ 

Auch die Silvesternacht in Köln sprechen einige Besucher an. Sabine Vöhringer fürchtet um ihre Kinder, wenn Flüchtlinge ins Bürgerhaus ziehen, wie sie sagt und fragt Sienerth: „Was passiert, wenn wir einfach nichts machen?“ Sienerth weiß, dass seine Gemeinde über kurz oder lang mehr Flüchtlinge aufnehmen muss. Er sagt: „Die Last des Landkreises muss auf allen Schultern verteilt werden“. Und: „Wir werden wohl nicht drum herum kommen, dass irgendwann Container entstehen.“ 

Doch am Ende des Abends betont er noch einmal: „Es kann nicht sein, dass wir uns hier eine Halle bauen und die uns dann weggenommen wird.“ Nach zweieinhalb Stunden ist die offizielle Diskussion vorbei. Doch viele Besucher bleiben und diskutieren weiter in kleinen Gruppen. Nur die Volleyballer sind nicht mehr da. Die Turnhalle im Bürgerhaus ist jetzt leer.

Thomas Radlmaier

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