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Die Mittelschule Pullach soll neu gebaut werden. 21 Kinder aus Straßlach-Dingharting besuchen sie – noch. Wenn es nach der Gemeinde geht, pendeln sie ab 2023 nach Oberhaching. 

Geldsorgen spielen eine Rolle

Straßlach-Dingharting: Mittelschüler sollen nicht mehr nach Pullach pendeln

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Die Gemeinde Straßlach-Dingharting nimmt geplante Schul-Bauten zum Anlass, die Pendel-Richtungen ihrer Schüler zu überdenken. Ein neues Ziel tut sich auf.

Straßlach-Dingharting – Von der kleinen Gemeinde Straßlach-Dingharting, in der es nur eine Grundschule gibt, gehen die Kinder in weiterführende Schulen in allen Richtungen. Die einen besuchen das neue Grünwalder Gymnasium, andere gehen in die Mittelschule nach Pullach oder in die Realschule in Wolfratshausen. Jetzt will die Kommune die Tatsache, dass quasi überall weitere, neue Schulen in Planung sind, nutzen, um das Ganze ein wenig zu kanalisieren.

In Deisenhofen soll ein Schulcampus errichtet werden, mit Realschule und FOS, für 65 Millionen Euro. Die Straßlach-Dinghartinger wurden schon aufgefordert, dem entsprechenden Zweckverband, der den Bau finanzieren soll, beizutreten. Gegen 2,5 Millionen Euro „Einstandsgebühr“. Auf der anderen Isarseite aber will Pullach bekanntlich die Mittelschule neu hochziehen, allerdings nicht auf eigenem Grund und Boden, sondern bei den Nachbarn in Baierbrunn. Weil auch Straßlach-Dinghartinger Kinder dorthin gehen, müssten die Straßlach-Dinghartinger dort auch mitzahlen. Es würden zwischen drei und fünf Millionen Euro auf sie zukommen.

Schüler nach Pullach und Oberhaching schicken? - „Beides können wir uns nicht leisten“

Bürgermeister Hans Sienerth, parteifrei, der das Ganze seinem Gremium anhand einer kleinen Skizze verdeutlichte, sagte: „Beides können wir uns nicht leisten, da wären in ein paar Jahren unsere Rücklagen aufgebraucht.“ Die Gemeinde generiert im Jahr nur rund 1,5 Millionen Euro an Gewerbesteuer. Also hat sich die Verwaltung überlegt, ob man nicht nur eines der beiden Projekte unterstützen könnte – was finanzierbar wäre. Und zwar Deisenhofen. Denn das Gute ist, dass es in Oberhaching auch eine Mittelschule gibt, die noch dazu neue Schüler gut brauchen könnte. Während die Pullacher Mittelschule, wie Sienerth sagte, chronisch überfüllt ist.

Allerdings müssten, damit der Deal für Straßlach-Dinharting funktioniert, noch ein paar „unerlässliche Bedingungen“ erfüllt werden, so der Bürgermeister weiter. Zum einen müsste ein Bus von Straßlach nach Oberhaching eingerichtet werden. Zum anderen müsste der Schulsprengel für die Mittelschule, der Straßlach jetzt nach Pullach zuordnet, geändert werden. Dafür ist die Regierung von Oberbayern zuständig, bei der Sienerth und Mitglieder der Verwaltung schon vorstellig geworden sind. Ergebnis: „Die können unseren Wunsch nachvollziehen.“

Ab 2028 könnte Deisenhofen das Ziel sein

Vorher will die kleine Gemeinde mit dem kleinen Geldbeutel allerdings auch noch wissen, ob die Kostenschätzung für den Campus in Deisenhofen, der momentan auf 65 Millionen Euro veranschlagt wird, auch realistisch ist. Und den laufenden Schulbetrieb will sie sich erst einmal anschauen. 2023 soll der Komplex fertig sein, ab 2028 würden die Straßlach-Dinghartinger dann ihre Anteile abstottern. Mit Raten von 100 000 Euro pro Jahr – das wäre, so Sienerth, halbwegs verträglich. Dem Zweckverband „Staatliche weiterführende Schulen im Süden des Landkreises München“ würde die Gemeinde beitreten. Schon bevor sie endgültig Mitglied ist, will sie aber bei den Sitzungen dabeisein. „Damit wir mitbekommen, was dort entschieden wird.“

Im Gremium fand das Konzept durchweg Zustimmung. Alle befanden es für gescheit, eine Gemeinde für alle Schüler anzusteuern statt drei. Auch für die Eltern wäre das eine Erleichterung. Florian Zweckinger von der CSU sagte zusätzlich, er fände es gut, wenn Straßlach-Dingharting dem Zweckverband beitritt, um sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen. Man lebe doch in einer Solidargemeinschaft. Gertraut Schad, UWV, gefiel das Ganze ebenfalls, Albert Geiger von der Bayernpartei meinte allerdings, ihm persönlich seien Schulen auf dem Land lieber als im städtisch geprägten Oberhaching. Am Ende wurde die „runde Gschicht“, wie Zweckinger die Idee bezeichnet hatte, einstimmig angenommen.

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