Noch ungeteert und Sackgasse: An der Föhrenstraße in Hailafing erlitt die Gemeinde eine Niederlage.
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Noch ungeteert und Sackgasse: An der Föhrenstraße in Hailafing erlitt die Gemeinde eine Niederlage.

Anwohner setzt sich durch

Wegen ungenehmigter Garage: Gemeinde muss Straße verlegen

  • vonAndrea Kästle
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Ein langer Streit in Hailafing endet mit einer Niederlage der Gemeinde. Obwohl die Garage eines Anliegers ohne Genehmigung entstand, darf sie stehen bleiben - und die Gemeinde muss eine Straße drum herum bauen.

Straßlach-Dingharting – Es ist nur ein kleines Teilstück Straße, das die Gemeinde Straßlach-Dingharting, die ohnehin dabei ist, ihr Straßennetz auf Vordermann zu bringen, noch teeren wollte. In Hailafing. Aber so einfach war es nicht. Die Überplanung dieser Verkehrsfläche hat sich über zwei Jahre hingezogen und viele Anwälte beschäftigt. Weil dort, in der Föhrenstraße, ein Anwohner eine Garage gebaut hat, zum Teil auf gemeindlichem Grund. Diese Garage stand der gewünschten Straßenführung im Weg. Aber, leider: Inzwischen genießt der ungenehmigte Bau Bestandschutz. Weshalb die Gemeinde den Föhrenweg jetzt ein wenig verschwenkt in den Ahornweg münden lässt. Und auch die Fahrbahnbreite reduzieren musste von den ursprünglich gewünschten 5,50 Metern auf 4,50 Meter.

160.000 Euro kostet der Bau

„Wir wollen jetzt endlich diese Lücke schließen“, sagte in der jüngsten Gemeinderatssitzung Bürgermeister Hans Sienerth, parteifrei, zu seinem Gremium. 160.000 Euro lässt sich die Gemeinde die Maßnahme kosten, die überdies noch einen Seitenstreifen auf der Nordseite der Fläche und einen Gehweg gegenüber vorsieht.

Damit wird also nun endlich gut, was lang gedauert hat. Sehr gern hätte die Gemeinde gehabt, dass der Eigentümer auf der Südseite der Föhrenstraße die Garage abbricht und nach hinten versetzt. Mitte der 70er-Jahre hatte er das Gebäude errichtet, das einen halben Meter auf öffentlichen Grund hineinragt. Die Gemeinde schloss damals mit ihm zwar einen „Grundabtretungsvertrag“ ab, der klar vorgab, dass der Anwohner Fläche hergeben muss, wenn vor seiner Haustür der Föhrenweg asphaltiert wird. Aber weil in diesem Vertrag die Garage nicht eigens erwähnt worden ist, darf sie nun stehen bleiben. 

Kita hat nicht genug Latten am Zaun - Gemeinde kostet das 25.000 Euro

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