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Jeder Gartenbesitzer kann sich Glyphosat im Baumarkt kaufen. Mittlerweile ist es im Urin fast aller Menschen nachweisbar. 

Kein Glyphosat

Total-Herbizid „macht alles kaputt“

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Schon viele Gemeinden haben von sich aus festgelegt, dass auf ihren Flächen kein Glyphosat mehr zum Einsatz kommen soll. Jetzt haben sich auch die Gemeinderäte im kleinen, ländlichen Straßlach-Dingharting mit dem Thema befasst und einen Antrag der Grünen befürwortet.

Straßlach-Dingharting – Allerdings fiel der Beschluss nicht einstimmig, die Fraktion von UWV sprach sich geschlossen gegen den freiwilligen Verzicht auf das umstrittene Mittel aus. Die Landwirte am Ort, zu denen auch er gehört, meinte Peter Schneider, würden ohnedies verantwortungsvoll mit der Natur umgehen, jeder Gartenbesitzer könne das Zeug im Baumarkt kaufen. „Das ist ein weltweites Problem, nicht das von Straßlach-Dingharting.“ Seine Fraktionskollegin Gertraud Schad schloss sich an: „Ich mag es von der Aussage her nicht, wenn etwas verboten wird.“

Die Mehrheit im Gremium sah die Sache allerdings anders, so wie die Grünen nämlich, von denen Leonhard Schlickenrieder, ebenfalls Bauer, erläutert hatte: „Glyphosat ist ein Total-Herbizid. Es macht alles kaputt.“ Das Mittel sei inzwischen in den Urinproben fast aller Menschen nachzuweisen, dabei sei es „vermutlich krebserregend“. Sabine Hüttenkofer, auch Grüne, legte nach: „Es gibt genug biologisch abbaubare Mittel.“ Die Gemeinde solle ein Zeichen setzen.

Was sie am Ende auch tat. Auch wenn Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei), der letztlich den Antrag aber mittrug, die Sache „kritischer“ sieht. Gegen Glyphosat zu sein, sei ein „Hype“. Würde auf das Mittel verzichtet, kämen halt andere Cocktails zum Einsatz, man dürfe sich hier keine Illusionen machen.

Bei der Diskussion kam aber auch heraus, dass das Gremium nicht abgeneigt ist, die Bauern schriftlich zu verpflichten, Glyphosat so sparsam wie möglich zu verwenden. In Oberhaching ist vor Kurzem ein entsprechender Beschluss gefasst worden, und es kann sein, dass Derartiges jetzt auch in Straßlach-Dingharting beantragt wird. Peter Schneider etwa fand eine solche Absichtserklärung aller Landwirte sinnvoller als eine Glyphosat-freie Bewirtschaftung auf den gemeindeeigenen Flächen, die ohnehin nur zehn Hektar umfassen.

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