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In Erinnerung an die Geschwister Scholl wird eine Straße in Straßlach-Dingharting nach ihnen benannt.  

Nach Diskussionen

Straßlach  widmet Scholl-Geschwistern Straße

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An den NS-Widerstand erinnert Straßlach-Dingharting: Den Geschwistern Scholl soll eine Straße gewidmet werden. Nicht jedem passt das.

Straßlach-Dingharting – Die Gemeinde Straßlach-Dingharting will demnächst eine Straße nach den Geschwistern Scholl benennen. Ein Antrag von CSU-Vertreter Herbert Mack wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung angenommen – wenn auch knapp. Mit 7:5 Stimmen ging das Ansinnen durch, nach einer für Straßlacher Verhältnisse recht langen Diskussion.

Kritik: Fehlender Ortsbezug

Eine knappe halbe Stunde wurde über den Vorschlag geredet, einige Vertreter im Kommunalparlament sprachen sich vehement dagegen aus. Weil es in der Gemeinde selbst, wie Albert Geiger (BP) anführte, Menschen gegeben habe, die sich gegen das NS-Regime stellten. Etwa der Dinghartinger Pfarrer Kohlhauf, nach dem bislang keine Straße benannt worden ist. „Bei den Geschwistern Scholl vermisse ich den Ortsbezug.“

Ursprünglich hatte Mack angeregt, den mutigen Mitgliedern der Weißen Rose eine bestehende Straße zu widmen, am liebsten in Nähe der Schule. „Die Entwicklung in Deutschland erschreckt mich etwas. Dass es inzwischen gefährlich sein kann, auf der Straße eine Kippa zu tragen, dass jüdische Mitbürger in der Öffentlichkeit geschlagen werden – das alles darf meiner Meinung nach nicht sein.“ Er wolle auch die Straßlach-Dinghartinger daran erinnern, dass gesellschaftliche Strömungen kritisch zu hinterfragen sind. Dass man sich einmischen muss. In einem guten Sinne.

Viele Gemeinden machen‘s vor

Damit stehen Mack und die Gemeinde freilich nicht allein. Unterhaching hat vor zweieinhalb Jahren einen Platz in Gedenken an Sophie und Hans Scholl benannt, auch in Grünwald gibt es eine Geschwister-Scholl-Straße. Und im Juli 2016 richtete Ismaning ebenfalls, nachdem die Gemeinde schon Straßen nach Bonhoeffer und Graf Stauffenberg benannt hatte, einen Geschwister-Scholl-Platz ein.

Dass in Straßlach länger gerungen wurde um das Bekenntnis zu den Widerstandskämpfern, das im vorberatenden Bauausschuss keine Mehrheit gefunden hatte, liegt vielleicht auch daran, dass die kleinste Gemeinde im Landkreis eine Tendenz hat, sich „gut gemeinten Anträgen“ ganz gern zu widersetzen. Längere Aussprachen waren auch zu den kürzlich gefassten Beschlüssen nötig, keine Produkte zu kaufen, die von Kinderarbeit gefertigt worden sind oder auf das umstrittene Glyphosat auf öffentlichen Grünflächen zu verzichten.

Jetzt aber wird sich Straßlach-Dingharting umsehen nach einer Möglichkeit, die Geschwister Scholl im Straßenbild zu verewigen. Mack rückte ab von der Idee, dass die Straße in Schulnähe liegen soll. Überlegt wird etwa, den beim Rathaus beginnenden Marienweg umzubenennen, in dem momentan nur eine Schreinerei ansässig ist, die schließen wird. In ihr liegen aber noch zwei Grundstücke, die demnächst bebaut werden können, außerdem soll der Weg verlängert werden bis zum Hirtenweg.

Junge Leute so erreichbar?

Für den Antrag von Mack haben sich die Grünen und die gesammelte CSU-Fraktion ausgesprochen, außerdem Bürgermeister Hans Sienerth (parteilos). Sabine Hüttenkofer (Grüne) meinte: „Gerade in der heutigen Zeit darf man das Thema nicht totschweigen.“ Den Einwand von Gertraud Schad (UWV), eine Straßenbezeichnung würde schlicht nicht ausreichen, um die jungen Leute im gewünschten Sinne zu erreichen, wollte sie nicht gelten lassen. Sie habe andere Erfahrungen gemacht, meinte sie und regte an, die Straßen-Umbenennung zu verbinden mit einer Ausstellung über den Widerstand im Dritten Reich.

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