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Die Familie Roiderer streitet vor Gericht um den Bau der Supermärkte auf ihrem Grundstück.

Stress mit Baufirma: Es geht um 500.000 Euro

Pfusch am Bau? Wiesn-Wirt Roiderer streitet vor Gericht

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Straßlach – "Ich lasse mich nicht über den Tisch ziehen", sagt Toni Roiderer. Er will wegen Baumängeln nicht zahlen - und bleibt hart.

Wiesn-Wirt Toni Roiderer (71) streitet mit einer Baufirma um mehr als 500.000 Euro. Es geht um den Bau der beiden Supermärkte Aldi und Edeka in Straßlach auf dem Grundstück der Eheleute Roiderer, die im Oktober 2013 eröffnet wurden. 

Am Mittwoch kam es bei der Zivilverhandlung vor dem Münchner Verwaltungsgericht zu keiner Einigung. Die Ada Bauprojekte GmbH hatte eine Vorplanung nach einem Lageplan gemacht und wurde als Generalunternehmer mit der Erstellung der Supermärkte beauftragt. Die Firma klagt nun den Architektenlohn ein und 230.000 Euro für Erdbewegungen. 

Aber Roiderer zahlt nicht, weil es erhebliche Mängel gebe: „Ich habe in meinem Leben immer gezahlt, mir ist das peinlich. Aber ich bin mit der Ausführung nicht zufrieden und lasse mich nicht über den Tisch ziehen, weil so eine Arroganz nicht förderlich ist am Bau.“ Er sei ein korrekter Geschäftsmann und zahle seine Rechnungen, wenn die Leistungen erbracht würden. 

Aber die Bauleitung sei nicht ausreichend präsent gewesen und habe Fehler gemacht. Unter anderem sei bei den Dacharbeiten gepfuscht worden, moniert Roiderer, er sei besorgt wegen der Statik und habe Experten eingeschaltet, einen Architekten und einen Juristen. „Wir hatten jetzt einen milden Winter, aber wenn da ein halber Meter Schnee auf dem Dach liegt“, habe er Sorge. 

Architekt Dieter Aue erklärt, dass keine Mängel bestünden: „Die Vorwürfe sind aus unserer Sicht unbegründet.“ Roiderer habe Sachverständige hinzugezogen, die jede Menge Mängel entdeckt hätten. „Ich kann diese Mängel nicht erkennen und daher auch keine Mängelbeseitigung von meinen Subunternehmern einfordern“, sagt Aue. Die Dachfolie auf dem Gebäude, in dem Aldi und Edeka untergebracht sind, ist aus Roiderers Sicht nicht korrekt verlegt, weil sie Falten werfe. „Das muss so sein bei einer Fläche von 3000 Quadratmetern, damit witterungsbedingtes Dehnen und Schrumpfen der Folie möglich ist“, erklärt Aue. 

Roiderer blieb am Mittwoch vor dem Verwaltungsgericht hart und schlug eine gütliche Einigung aus. Jetzt sollen Sachverständige beider Parteien klären, welche Mängel bestehen, damit eine außergerichtliche Lösung gefunden wird. Am 13. Juli wird das Gericht eine Entscheidung verkünden.

icb

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