Hans Burghart ist im Alter von 84 Jahren verstorben.
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Hans Burghart ist im Alter von 84 Jahren verstorben.

Hans Burghart im Alter von 84 Jahren gestorben

Trauer um beliebten Arzt und Mitbegründer der Luftrettung

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Der Name Hans Burghart ist untrennbar mit der Geschichte der deutschen Luftrettung verbunden. Denn insbesondere dem Engagement des Arztes aus Straßlach-Dingharting ist es zu verdanken, dass am 1. November 1970 der erste reguläre Rettungshubschrauber mit dem Namen „Christoph“ am Krankenhaus München-Harlaching in den Dienst gestellt wurde. Jetzt ist Hans Burghart im Alter von 84 Jahren gestorben.

Straßlach-Dingharting – Hans Burghart war jahrelang Ärztlicher Direktor das Kreiskrankenhaus München-Perlach und von 1987 bis 2009 Vorsitzender des Kreisverbands München des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Wie jetzt bekannt wurde, ist der Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, des Bayerischen Verdienstordens und unzähliger weiterer Auszeichnungen am Heiligen Abend im Alter von 84 Jahren im Beisein der engsten Familienmitglieder zuhause friedlich eingeschlafen.

Nach einer Gehirnblutung zog er sich aus der Öffentlichkeit heraus

„Er war fleißig, lebhaft und sehr umtriebig“, charakterisiert Ute Burghart ihren verstorbenen Mann. Beide waren seit 1964 verheiratet, haben einen Sohn und eine Tochter sowie vier Enkelkinder. Mit seiner Frau teilte er unter anderem die Leidenschaft für Pferde. So war die Pferdesegnung an der St.-Anna-Kapelle in Staucharting genauso wie andere Umritte wichtige Termine in seinem Jahreskalender. Gerade in den letzten Jahren verbrachte Hans Burghart viel Zeit mit seinen Liebsten. Nachdem er vor rund zehn Jahren eine Gehirnblutung erlitten hatte, zog er sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück und fand Ruhe auf seinem ländlichen Anwesen bei Großdingharting. „So liebte er es, einfach auf der Terrasse zu sitzen“, erzählt seine Frau.

Er war Arzt und Chirurg aus Leidenschaft

Seine letzten Lebensjahre waren also auch irgendwie ein Ausgleich zu den vielen Jahrzehnten, in denen er ganz in seinem Beruf aufgegangen ist. „Er war Arzt und Chirurg aus Leidenschaft“, erzählt Uta Burghart. Sei es als Arzt am Städtischen Krankenhaus München-Harlaching oder als Ärztlicher Direktor des Kreiskrankenhauses München-Perlach. Auch sein Engagement für den BRK erfüllte ihn. „Er war ein echter BRKler“, sagt ein Weggefährte, der derzeitige BRK-Kreisvorsitzende Karl-Heinz Demenat: „Wir verlieren mit ihm einen großartigen Menschen und prägenden Vorsitzenden.“

Internationale Bekanntheit durch den Einsatz für die Luftrettung

Internationale Bekanntheit erlangte der Großdinghartinger aber vor allem aufgrund seines Einsatzes beim Aufbau der Luftrettung. Gegen viele Vorbehalte und Widerstände setzte er sich für den Einsatz von Hubschraubern im Rettungswesen ein. Als der erste Rettungshubschrauber 1970 am Krankenhaus München-Harlaching stationiert wurde, übertrug man ihm die ärtzliche Leitung – auch weil er durch die Übernahme einer großen Zahl von Diensten in einem Luftrettungsprojekt der Bundeswehr die größte Erfahrung unter den Ärzten in Harlaching hatte. Seine Erfahrung teilte er auf vielen nationalen und internationalen Kongressen und gab so auch den Anstoß für ähnliche Luftrettungs-Projekte in anderen Ländern.

Gleichzeitig war der „Propeller-Hans“, wie ihn der einstige Landrat Heiner Janik mit Augenzwinkern bei dessen Abschied in der Perlacher Kreisklinik bezeichnete, sehr heimatverbunden. Das bestätigt auch seine Frau: „Er liebte den Landkreis und seine Leute.“

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