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Der Biergarten von Roiderers Wildpark

Wiesnwirtesprecher Roiderer aus Straßlach darf sich über Lob der Lebensmittelinspekteure freuen

Erst Rüffel, dann „Vorzeigebetrieb“

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2018 war für Toni Roiderer nicht wirklich ein gutes Jahr. Der Straßlacher Promiwirt hatte Ärger mit der Lebensmittelkontrolle im Landratsamt, und zusätzlich gärte noch immer ein Konflikt zwischen ihm und der Ada Bauprojekte GmbH, die in seinem Auftrag die Supermärkte Aldi und Edeka am südlichen Ortsausgang der kleinen Gemeinde hochgezogen hatte. Jetzt sind beide Angelegenheiten vom Tisch.

Straßlach-Dingharting – „Ich wollte einfach nicht, dass es sich auswächst zu einer unendlichen Geschichte“ - deshalb, sagt der ehemalige Sprecher der Wiesnwirte und Inhaber des Gasthofs Wildpark in Straßlach, habe er in den Auseinandersetzungen mit der Ada Bauprojekte GmbH letztlich seine Forderungen fallen gelassen. An sich hatte er 500.000 Euro von dem Bauunternehmen haben wollen, nachdem drei Jahre nach Fertigstellung der beiden Discounter schon Schäden an den Dächern der Gebäude aufgetreten waren. Roiderer sanierte damals, 2016, auf eigene Kosten, forderte dann aber das Geld von den Verantwortlichen zurück. Gleichzeitig klagte er auch gegen die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, die wiederum mit 3504000 Euro für Baumängel gebürgt hatte.

Am Ende hat er dann eben doch auf das Geld verzichtet – wobei auch die Ada Bauprojekte geltend gemacht hatte, sie habe beim Bau 525.000 Euro Mehrkosten gehabt. „Wir haben beide nachgegeben.“ Zum Münchner Merkur meinte der 74-Jährige auch noch: „Was soll ich kämpfen, wenn da nichts mehr zu holen ist. Ich wollte nach drei Jahren einfach Frieden haben.“

Gleichzeitig bekam der Straßlacher dann letzten Freitag erneut unangemeldeten Besuch von der Lebensmittelkontrolle im Landratsamt. Mit der hatte er sich praktisch das ganze vergangene Jahr über immer wieder gestritten – nachdem er sich geweigert hatte, ein Bußgeld wegen einer „leichten Verschmutzung“ zu zahlen, die die Kontrolleure am 2. Januar 2018 auf dem Boden hinter einer Kochstelle gefunden hatten. 2900 Euro wurden ihm damals aufgebrummt, er wehrte sich jedoch gegen die Strafe: „Wir kochen ja nicht auf dem Boden“.

In Folge wuchs sich das Ganze dann aus, es kam zu immer weiteren Kontrollen, letztlich wurde Toni Roiderer vom Amtsgericht zu 90 Tagessätzen von je 1000 Euro verurteilt (wir berichteten) – wegen, so die Staatsanwaltschaft München I, „Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtergesetzbuch“. Dabei haben „die Zuständigen keinen einzigen Verstoß gegen Lebensmittel selbst gefunden, nur eine kaputte Fliese hier, Zementreste an einer Getränkekiste da“, meint der Gastronom, der die Angelegenheit stets als Schikane empfand. Rückblickend sagt er inzwischen aber auch: „Ich hätte einfach zahlen sollen.“

Jetzt also schauten die Inspekteure vom Amt erneut bei ihm vorbei – und stuften nach gründlicher, zweistündiger Recherche in Küche und Wirtschaftsräumen den Gasthof schließlich als „Vorzeigebetrieb“ ein. Beim Kontrollgang war auch der stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch, CSU, dabei.

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