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Der Straßlacher Friedhof, auf dem schon jetzt Findlinge das Erscheinungsbild auflockern. Rund um einen weiteren Findling werden jetzt Baumgräber angelegt. 

Gemeinderat

Urnen in Röhren: Straßlach geht bei Bestattungen ungewöhnlichen Weg

  • vonAndrea Kästle
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Die Gemeinde Straßlach-Dingharting gestaltet beide Friedhöfe um, den in Straßlach wie den in Dingharting – auf besondere Art.

Straßlach-Dingharting– Bei seiner jüngsten Sitzung befürwortete der Gemeinderat mit dünner Mehrheit das Konzept des ortsansässigen Landschaftsgärtners Wenzel Kampschulte, das eine Kombination aus Baum- und Urnengräbern vorsieht.

Eine Diskussion um die Gestaltung selbst ergab sich im Gremium nicht, allerdings war den Beteiligten auch keine wirkliche Begeisterung anzumerken. Besprochen wurde nur das Material, das die Röhren, die rund um Bäume (Großdingharting) oder einen Findling (Straßlach) eingelassen werden in den Boden und in denen dann drei bis vier Urnen übereinander passen, haben sollen. Kampschulte hatte Röhren aus Stahl vorgeschlagen, der neue CSU-Gemeinderat Helmut Schwarz meinte, Röhren aus Holz wären besser. „Baumbestattungen und Stahlrohre: Das passt nicht zusammen“, meinte er. Er schlug vor, Eiche zu nehmen, auch Venedig sei auf Eichenpfählen erbaut.

Dem widersprach dann Leonhard Schlickenrieder von den Grünen, der Landwirt ist, er sagte: „Auch Eichenröhren sind nach zehn Jahren verfault, dann muss man sie rausziehen und ersetzen, das ist nicht zielführend.“

Zwölf Stahlröhren rund um einen Findling

Albert Geiger von der Bayernpartei hatte noch angeregt, ob man nicht ganz auf die Röhren verzichten und die Urnen einfach eingraben könne. Was aber nicht möglich ist, die Verwaltung muss immer nachvollziehen, wo wer in der Gemeinde begraben ist. Mit neun zu sieben wurde schließlich beschlossen, in Straßlach zwölf Stahlröhren rund um einen Findling einzugraben, der wiederum auf der baumbestandenen Wiese gegenüber der Aussegnungshalle Platz finden soll. Gedeckelt würden die Röhren jeweils mit einer Granitplatte, die auch die Namen der hier Bestatteten aufführt.

Derweil würden in Dingharting die Röhren eingelassen rund um einen noch zu pflanzenden Ahorn auf der freien Wiese im nördlichen Teil des Friedhofs. Auch hier sind zwölf Röhren vorgesehen, geschlossen mit Bronzetafeln, die man ebenfalls beschriften kann.

12 000 beziehungsweise 15 000 Euro lässt sich die kleine Gemeinde die Umgestaltung pro Friedhof kosten. Immer wieder war aus der Bevölkerung in letzter Zeit der Wunsch laut geworden, auch Baumbestattungen zu ermöglichen. Diesem Wunsch kommt die Kommune jetzt nach.

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