Nach der Brücke soll im Spätherbst die alte Wehranlage sanieren werden

Nach Beschwerden: Brücke wird saniert

Straßlach - Pünktlich zur Badesaison hat das Landratsamt die Brücke am Südende des Deininger Weihers gesperrt. Aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Badegäste und Spaziergänger ärgert das; schon seit Jahren schimmelt der Steg vor sich hin.

Walter Riedle (74) steht vor dem weiß-roten Plastikband am südlichen Ende des Deininger Weihers. Normalerweise dreht er mit seiner Frau die ganze Runde um den Moorsee in Straßlach. Seit zwei Wochen muss er hier kehrt machen. Das Landratsamt hat die Brücke zur anderen Seite des Ufers gesperrt. „Gefahr im Verzug“ steht auf weißen Hinweisschildern. „Das ist nicht ideal für mich“, sagt Riedle, der seit Jahrzehnten am Weiher spazieren geht. „Der Rückweg ist steiler“ und er sei gehbehindert. Der 74-Jährige stützt sich auf seinen Stock und schüttelt den Kopf: „Dabei wissen die Herrschaften im Landratsamt schon seit mindestens drei Jahren, dass die Brücke wackelt.“

Mitten in der Hochsaison für Badegäste, Wanderer und Spaziergänger hat das Landratsamt die Brücke gesperrt. Außerdem einen Steg abgerissen und das Sprungbrett abgebaut. Die Klagen darüber darf sich seitdem Sebastian Tschurtschenthaler, Wirt des Waldhauses Deininger Weiher, anhören. „Vor allem ältere Gäste beschweren sich darüber, dass die Brücke nicht bereits im Herbst repariert wurde.“ Ein Vorwurf, den Tschurtschenthaler schon nachvollziehen kann. „Seit Jahren liegt der Weiher im Dornröschenschlaf. Wirklich getan hat sich hier nichts.“ Auch die Toiletten-Situation sei nicht ideal, sagt der Wirt. „Wenn am Wochenende tausende Gäste kommen, steht man am WC-Häuschen Schlange.“ An wen sich Tschurtschenthaler wendet, wenn es Mängel gibt? „Ich glaube, das ist der Erholungsflächenverein“, sagt der Wirt und zuckt die Schultern.

Die Frage der Zuständigkeit ist tatsächlich etwas kompliziert: So ist das Landratsamt zwar verantwortlich für den Unterhalt des Moorsee-Idylls, für die Wiederinstandsetzung der Brücke muss jedoch der Erholungsflächenverein als Träger aufkommen. Was er jetzt auch tun wird, verspricht Geschäftsführer Jens Besenthal: „Wir haben extra Geld von einem anderen Projekt abgezwackt, um die Brücke zu sanieren.“ Der Auftrag sei bereits vergeben, die Arbeiten sollen zwischen Ende August und Mitte September abgeschlossen sein.

Außerdem soll im Spätherbst die alte Wehranlage saniert werden. Ob die Badegäste im kommenen Sommer wieder vom Sprungbrett ins Wasser hüpfen können, kann Besenthal dagegen nicht versprechen: „Über die Jahre hat sich unter dem Brett viel Schlamm angesammelt.“ Bei dem derzeitigen Wasserstand sei ein Sprung zu gefährlich.

Trotz aller Schwierigkeiten - Besenthal ist zufrieden mit der Zusammenarbeit zwischen dem Erholungsflächenverein, dem Landratsamt und Klaus Greulich, dem Eigentümer des 90 000 Quadratmeter großen Erholungsgeländes. „In unserer letzten Seenbesprechung haben wir deshalb Nädel mit Köpfen gemacht und den Pachtvertrag bis 2022 verlängert.“ std

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