Fahrlässig beim Radeln:

Straßlacherin (50) zu Geldstrafe verurteilt

Eurasburg/Straßlach – Ein fataler Moment der Unachtsamkeit: Eine Radfahrerin, die in Achmühle einen Unfall verursacht hat, wird zu einer Geldstrafe verurteilt.

Am 3. Juli dieses Jahres, kurz vor 12 Uhr, stiegen ein Eurasburger Rentner (66) und seine Ehefrau (59) auf ihre E-Bikes. Ihr Ziel war die Königsdorfer Alm, doch die Fahrt endete schon nach wenigen Kilometern. Am Ortsausgang von Achmühle stieß der Mann mit einer entgegenkommenden Radfahrerin zusammen. Beim Sturz auf den asphaltierten Radweg zog sich der Rentner einen Oberschenkelhalsbruch zu. Nun musste sich die beteiligte Radfahrerin, eine 50 Jahre alte Arzthelferin aus der Gemeinde Straßlach , die an jenem Tag mit ihrer Mutter ebenfalls einen Ausflug unternommen hatte, vor Gericht verantworten. Die Frau soll fahrlässig den Unfall verursacht haben.

Der Rentner stütze sich auf eine Krücke, als er zum Zeugenstuhl hinkte. Der Hüftbruch macht ihm noch sichtlich zu schaffen. Er habe weiterhin Schmerzen und Schlafstörungen, erklärte der 66-Jährige auf Frage des Gerichts. Dann schilderte er den Unfallhergang aus seiner Sicht. Er sei ein Stück vor seiner Frau am rechten Fahrbahnrand gefahren, als er in einer S-Kurve bei Achmühle die zwei entgegenkommenden Radlerinnen wahrgenommen habe. „Ich wollte ausweichen, aber die andere hatte wohl denselben Gedanken“, erzählte der Mann. Fatalerweise lenkten beide so, dass sie in der Wegmitte kollidierten. Die Straßlacherin rauschte dann mit ihrem Mountainbike in die Wiese, der Eurasburger stürzte auf den Asphalt. „Die Frauen sind sicher nebeneinander gefahren“, beteuerte der Geschädigte. Dies bestritt die Beschuldigte. Sie sah nicht ein, warum ihr die Schuld an dem Unfall gegeben wurde. „Das ist ein Augenblicksversagen unterhalb der Fahrlässigkeit“, argumentierte ihr Verteidiger. Er sehe „keinerlei vorhersehbares Verhalten“ für seine Mandantin. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hatte sich die Radlerin hingegen gleich zweimal fahrlässig verhalten. „Erstens, indem sie neben ihrer Mutter fuhr“, sagte der Staatsanwalt. „Zweitens, als sie beim Ausweichmanöver nach links zur Wegmitte lenkte, statt zu der Seite, auf der sie sich befunden haben müsste.“ Das Gericht sah ebenfalls den Fahrlässigkeitsvorwurf bestätigt. „Selbst wenn Sie ein Geräusch gehört haben, dürfen Sie nicht auf die Gegenfahrbahn kommen. Auch auf einem Radweg muss man konzentriert fahren“, hielt Richter Helmut Berger der Angeklagten vor. „Deshalb kam es zum Zusammenstoß, den Sie zu verantworten haben.“ Das Gericht verurteilte die 50-Jährige zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (30 Tagessätze). Der Richter hob aber auch hervor, dass die gelernte Krankenschwester sich nach dem Unfall „vorbildlich um den Verletzten gekümmert“ habe. Rudi Stallein

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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