Die Striezel-Bäcker von Taufkirchen

Taufkirchen - Péter Staszkiv aus Budapest hat einen schönen Beruf: Mit einem freundlichen „Grüß Gott“ bittet er Jung und Alt in seinen kleinen Laden in Taufkirchen. Er ist Striezel-Bäcker.

Baumstriezel sind ein Festtagsgebäck aus Siebenbürgen, einer Region, die früher ungarisch war und heute zu Rumänien gehört. Seit über 400 Jahren wird dort der gerollte Kuchen gebacken, den man süß, aber auch salzig essen kann. Die Grundzutat ist Hefeteig, der in Streifen geschnitten und auf Holzbolzen aufgerollt wird. Dann ab in den Ofen damit, um den Zucker zu karamellisieren. Nach wenigen Minuten sind die Baumstriezel (ungarisch: Kürtöskalács) fertig, und Bäckermeister Tibor Szilard schwenkt sie in Zimt und Zucker, Kokosstreuseln, Kakaopulver oder Krokant. Verpackt in Plastikfolie werden sie über die Ladentheke verkauft.

„Kaminrohr-Kuchen“

„Auf Ungarisch heißt ,Kürtö’ Kaminrohr“, erklärt Péter Staszkiv, der Gründer und Geschäftsführer des „Leckerwerks“. „Denn anfangs haben die Szekler, die Bewohner Siebenbürgens, den Hefeteig tatsächlich um ihre Kaminrohre gewickelt, um die Wärme optimal zu nutzen, und so ihre Baumstriezel gebacken.“

Heute ahmt das Rund der Holzbolzen die Rohre nach, und längst muss man den Teig nicht mehr von Hand über dem Feuer drehen, sondern es gibt einen speziellen Ofen, den die Familie Makai aus Siebenbürgen in den 1970er-Jahren entwickelt hat. Seit 2004 ist das Patent als Schutzmarke gesichert; und im vergangenen Jahr hat Péter Staszkiv die Erlaubnis erworben, den Ofen auch in seinem Laden in Taufkirchen zu verwenden - um „Kaminrohrkuchen“ zu backen oder „Kürcsi“, wie die liebevolle Abkürzung von „Baumstriezel“ auf Ungarisch heißt (mehr dazu lesen Sie am Freitag in der Print-Ausgabe). (soh)

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