Studenten schrecken potenzielle Käufer ab

- Baugesellschaft bezeichnet Wohnheime in Garching als "Negativeinrichtungen"

Garching (an) - Gerade mal 200 Studentenwohnungen gibt es in der Universitätsstadt Garching. Die Immobiliengesellschaft "VöBau" hat diese Unterkünfte jetzt als "Negativeinrichtung" bezeichnet. Angeblich schrecken deren Bewohner potenzielle Käufer von Reihenhäusern im Gebiet "Untere Straßäcker" ab. Bürgermeister Manfred Solbrig (SPD) entsetzt: "Das kann ich nicht akzeptieren."

15 Reihenhäuser hat die "VöBau" von der Stadt Garching erworben. Der Weiterverkauf jedoch gestalte sich schleppend. In Verkaufsgesprächen mit möglichen Kunden soll sich "herauskristallisiert" haben, dass eine Anzahl ungünstiger Faktoren die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten arg wählerischen Käufer abschrecken. Neben der unmittelbaren Lage an der B 11, der Nähe zur Autobahn und dem Garagenwall seien auch die Studentenwohnheime als "Negativum" anzusehen. So heißt es in einer Beschlussvorlage der Verwaltung, die sich wiederum auf Angaben eines "VöBau"-Geschäftsführers stützt, der sich seinerseits auf Verkaufsgespräche mit Kunden beruft.

Der Ausschuss für Bauanträge beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit einer Bauvoranfrage der "VöBau", in der die Immobilien-Gesellschaft darum bat, jeweils vier Reihenhäuser im Gebiet "Untere Straßäcker" in einen Wohnblock umwandeln zu dürfen (siehe Bericht rechts). Einzelne Wohneinheiten seien derzeit besser an den Mann zu bringen.

Reihenhäuser werden umgewandelt

Rein äußerlich wird sich das fertige Einzelhaus nach "VöBau"-Angaben von den Reihenhäusern nicht unterscheiden. Insgesamt neun Eigentumswohnungen sollen pro Block entstehen. "VöBau" gab bekannt, dass - anders als für die Reihenhäuser - bereits reichlich Kaufanfragen vorliegen.

Der Ausschuss stimmte der "VöBau"-Anfrage zwar mehrheitlich zu. Die Klassifizierung von Studentenwohnungen als "Negativeinrichtung" freilich rief Bestürzung hervor. Dies sei der "interessanteste Bauantrag" seiner Laufbahn als Stadtrat, bemerkte Josef Euringer (BfG) zynisch: "Wenn die schon bei so wenigen Studentenwohnungen in Garching so reden - wie soll das erst klingen, wenn wir unser Ziel, wenigstens 1000 Wohnungen, erreicht haben?"

Die Verwaltung wiegelte ab: Die gewiss unglücklich gewählte Bemerkung sei in einer Reihe nachteiliger Faktoren, wie Bundesstraße und Autobahn, stehend gemeint, versuchte Bauamtsleiter Klaus Zettl zu beschwichtigen: "Die Summe macht`s."

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