Sturm verursacht zum Glück nur Sachschäden

- Feuerwehren rund 80 Mal im Einsatz

VON CORNELIA BABL Landkreis - Der orkanartige Sturm hat im Landkreis München vor allem im Süden gewütet: Feuerwehren und Polizei waren dort in der Nacht zum Freitag im Dauereinsatz (wir berichteten). In den meisten Fällen versperrten umgestürzte Bäume die Straßen. Personen wurden, obwohl es zum Teil orkanartige Böen mit Windstärke 12 gab, zum Glück nicht verletzt.

"Es war eine relativ unruhige Nacht", sagt Eric Bayer von der Feuerwehreinsatzzentrale München Land. Der südliche Landkreis sei wesentlich stärker betroffen gewesen als der Norden. Rund 80 Einsätze haben die Feuerwehren vom frühen Donnerstag Abend bis gegen Freitag Mittag gefahren. Schwerpunkte waren die Gemeinden Sauerlach, Höhenkirchen, Aying und Ottobrunn. Wie hoch die Schäden sind, ist laut Bayer noch nicht abzuschätzen.

Glück im Unglück hatte ein 30-jähriger Mann aus Haar, der mit seinem Auto gegen Mitternacht auf der Staatsstraße von Egmating in Richtung Putzbrunn gegen einen umgestürzten Baum prallte. Er kam ohne Verletzungen davon. An seinem Golf entstand ein Schaden in Höhe von 1000 Euro.

Ebenfalls unverletzt blieb ein 21-jähriger Mann aus Wolfratshausen bei einem Verkehrsunfall auf der Staatstraße bei Straßlach. Er konnte einem auf der Fahrbahn liegenden Baum nicht mehr rechtzeitig ausweichen. An seinem Auto entstand Totalschaden in Höhe von 3000 Euro.

Auch in Neubiberg waren die Einsatzkräfte gefragt, als an der Hauptstraße ein Kran schräg hing und der Sturm Teile des Krans davonwehte. In der Riemerlinger Rudolf-Diesel-Straße flogen von einer Baustelle Gerüst- und Holzteile auf der Fahrbahn und mussten entfernt werden.

In Grünwald fiel in der nördlichen Münchner Straße ein Baum auf einen parkenden Mercedes und richtete rund 3000 Euro Schaden an. Eine zwei Meter hohe und 15 Meter lange Schallschutzwand aus Ziegel stürzte am Freitag Morgen an einem Trambahnübergang in der Südlichen Münchner Straße in Grünwald ein. Am Deininger Weiher knickten einige Bäume um, die die Zufahrtsstraße zum See versperrten.

Glimpflich ging das Unwetter im Bereich der Polizeiinspektion Unterhaching ab. Nur ein einziger Sturmschaden wurde gemeldet: In Oberhaching hatten heftige Böen ein Schild von einem Bauzaun gerissen.

360 Haushalte in Sauerlach ohne Strom

Einige Stunden im Dunkeln zubringen mussten Bürger aus dem Gemeindebereich Sauerlach, weil der Sturm die Stromleitungen zerrissen hatte. Zwischen 22.30 Uhr und 1 Uhr früh waren rund 360 Haushalte von der Energieversorgung abgeschnitten. Betroffen waren die Gemeindeteile Lanzenhaar, Altkirchen, Gumpertshausen, Kleineichenhausen und Großeichenhausen.

Zu Behinderungen kam es am Freitag Morgen auch auf der S-Bahnlinie 2 Deisenhofen-Holzkirchen: Aufgrund eines Stromausfalls im Stellwerk fielen dort die Signale aus. Von 7.30 bis 9 Uhr übernahm deshalb die Bayerische Oberland-Bahn den Transport der Fahrgäste.

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