Das zweite Obergeschoss des Bauteils C bleibt weiterhin geschlossen. Foto: archiv bro

Styrol: Bauleiter muss seinen Hut nehmen

Ottobrunn - Zoff wegen der Styrol-Belastung im Gymnasium: Mit sofortiger Wirkung hat der Zweckverband der Bauleitung gekündigt. Bis auf das zweite Obergeschoss soll der Bauteil C „in Kürze“ wieder in Betrieb gehen.

Um die Schadstoff-Belastung des Ottobrunner Gymnasiums in den Griff zu bekommen, will der Schulzweckverband die dafür nötigen Arbeiten künftig in Eigenregie übernehmen. Den bisherigen Fachunternehmen und Sachverständigen wurde wegen der anhaltenden Querelen um die styrolbelasteten Räume (wir berichteten) fristlos gekündigt. Das teilte Fabian Leininger vom Schulzweckverband in einer Presseerklärung mit. Dies gelte sowohl für die derzeit laufenden Abbruch- und Entsorgungsarbeiten als auch für die weitere Sanierung des Gebäudes.

Gleichzeitig kündigte der Schulzweckverbandsvorsitzende, Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU), an, den Bauteil C „in Kürze wieder in Betrieb zu nehmen“. Davon ausgenommen bleibt das zweite Obergeschoss des Aufstockungsteils, das nach wie vor mit dem aromatischen Kohlenwasserstoff hoch belastet ist: Messungen haben dort einen Wert ergeben, der deutlich über 300 Mikrogramm Raumluft liegt. Um eine Kontaminierung anderer Räume im Zuge der Abbrucharbeiten zu verhindern, ist dort ein eigener Gebäudeteil errichtet worden, in dem mit Unterdruck gearbeitet wird und flüchtige Schadstoffe wie Styrol entfernen werden sollen. Für die erforderlichen Arbeiten zur Schadstoffentfernung und -entsorgung will der Schulzweckverband nach eigenen Worten „eine qualifizierte und vertrauenswürdige Fachbauleitung installieren“.

Bei dem geschassten Architekten stößt diese Entscheidung auf Unverständnis, er fühlt sich zu Unrecht beschuldigt: „Das ist ein emotionaler Prozess, der die Sachlichkeit in den Hintergrund hat treten lassen“, klagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er verweist darauf, dass bei den Arbeiten in den vergangenen Wochen enorme Fortschritte erzielt worden seien: „95 Prozent des Weges bei der Schadstoffbeseitigung haben wir hinter uns.“ Messungen hätten ergeben, dass in den abgehängten Decken, Trennwänden und Fußboden „keine Sekundärbelastung“ mehr vorhanden sei: „Das rechnen wir als vollen Erfolg der Maßnahme an.“ Lediglich ein Prozent styrolhaltiges Material befinde sich noch in Raumtrennwänden des zweiten Obergeschosses. Man arbeite derzeit mit Hochdruck daran, dieses Material auszubauen oder zu verkapseln. Angesichts dieser Umstände komme der Zeitpunkt der Kündigung „denkbar ungünstig“, moniert der Bauleiter. „Alleine durch die Installierung neuer Personen, die mit vielem noch nicht vertraut sind, geht wertvolle Zeit ins Land.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bürgermeister in der Kritik: Schuldzuweisungen nach Wirrwarr um Finanzen in Oberschleißheim
Schlamperei wenn‘s ums Geld geht: Diesen unangenehmen Vorwurf macht die Oberschleißheimer SPD FW-Bürgermeister Christian Kuchlbauer. Auch die CSU übt Kritik.
Bürgermeister in der Kritik: Schuldzuweisungen nach Wirrwarr um Finanzen in Oberschleißheim
Breitbandausbau geht nicht voran
Händeringend sehnen Unternehmen, Privathaushalte und öffentliche Stellen in Brunnthal eine schnellere Internetverbindung herbei. Doch es droht weiter Ungemach.
Breitbandausbau geht nicht voran
Das erste Telefon in Schäftlarn
Der Griff zum Telefon – entweder Festnetz oder Handy – ist heute selbstverständlich. Die ersten Fernsprechnetze wurden in Deutschland 1881 errichtet, die Vermittlung …
Das erste Telefon in Schäftlarn
550 Kilometer zu Fuß durch die israelische Wüste: Was dieses Paar aus Unterföhring erlebt hat
Hitze, Dürre, wunde Füße: 550 Kilometer sind die Targowniks durch die israelische Negev-Wüste gewandert. Und haben es nicht bereut. 
550 Kilometer zu Fuß durch die israelische Wüste: Was dieses Paar aus Unterföhring erlebt hat

Kommentare