Südring-Tunnel schlägt alle Rekorde

München - Der von der Autobahndirektion Südbayern vorgeschlagene Ost-Tunnel für den Autobahn-Südring hat eine rekordverdächtige Dimension.

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Das Bauwerk in der Variante B1 unter den Bavaria-Filmstudios wäre 5,7 Kilometer lang, bestätigte eine Sprecherin der Autobahndirektion Südbayern gestern auf Anfrage. Das wäre Bayerns längster Autobahntunnel - die bisher längste Röhre Bayerns ist der Aubinger Tunnel mit einer Länge von 1935 Metern. Das alternativ vorgeschlagene Bauwerk der Variante B2 unterhalb von Grünwald wäre rund fünf Kilometer lang, der in beiden Fällen benötigte zweite Tunnel im Westen unter Krailling hindurch ist in der am Montag vorgelegten Machbarkeitsstudie auf vier Kilometer Länge veranschlagt. Insgesamt kommen sowohl B1 als auch B2 auf eine Länge von 18 Kilometern.

Sprecher der Vereinigten Bürgerinitiative Südlicher Erholungsraum München, der 24 Gruppen angeschlossen sind, zeigten sich gestern entsetzt über die Dimensionen. Fünf große Waldgebiete, so etwa der Forst Kasten und der Forstenrieder Park, würden durch die Autobahn zerschnitten, warnte Vorsitzender Karl Hofmann. Es gebe „viele Angriffsflächen“ bei der Planung. Für Gesprächsstoff sorgen auch die geplanten Abluftkamine, die bei derart langen Tunneln notwendig sind. Auch die geringe Entlastungswirkung für die A 99-Ost sei zu wenig bekannt - nur 7,6 Prozent des täglichen Verkehrs könne auf einen Südring umgelenkt werden.

Hofmann forderte, dass sich Landtag und der Münchner Stadtrat gegen den Autobahn-Südring aussprechen sollten. Inge Hügenell, Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung und Pflege des Perlacher/Grünwalder Forstes, kündigte an, eine Großdemonstration „mit Krach und Radau“ organisieren zu wollen.

Dirk Walter

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