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Hans-Peter Bartels ist Medienrummel gewohnt. Bei seinem Besuch an der Bundeswehr-Uni ist es dagegen eher still gewesen.

Wehrbeauftragter besucht Bundeswehr-Uni

Suizid-Serie: Bartels forscht nach

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Neubiberg - Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels hat die Suizid-Serie an der Bundeswehr-Uni untersucht. Der SPD-Politiker plädiert für den Ausbau des psychologischen Betreuungsangebotes.

Um Hans-Peter Bartels hat zuletzt viel Medienrummel geherrscht. Der Wehrbeauftragte des Bundestages schlug Alarm mit seinem Jahresbericht zur Lage der Bundeswehr. Vor versammelten Parlament sprach er von „planmäßiger Mangelwirtschaft“ und beklagte Defizite bei Material und Personal. Der SPD-Politiker sorgte damit für Aufsehen in der ganzen Republik. Der Termin an der Bundeswehr-Universität München in Neubiberg ist für Bartels dagegen sehr still und traurig gewesen.

Der Grund für den Besuch des Wehrbeauftragten war die rätselhafte Suizid-Serie, die sich an der Uni ereignet hatte. Wie berichtet, hatten sich Ende 2015 innerhalb von sechs Wochen drei Bundeswehr-Studenten umgebracht. Viereinhalb Stunden war Bartels daher vor Ort, um sich selbst ein Bild zu verschaffen, etwa zu Betreuungsangeboten oder Lernbedingungen. Dazu unterhielt er sich unter anderem mit der Uni-Leitung, Studenten oder Vertrauenspersonen. Sein Fazit: „Was die psychologische Betreuung angeht, gibt es sicher Dinge, die man noch besser machen kann“, sagte er gegenüber dem Münchner Merkur.

An der Bundeswehr-Uni diskutiert man über Leistungsdruck 

Warum sich die Studenten umgebracht haben, weiß so wirklich niemand. Ein Zusammenhang besteht laut Bartels und Uni aber nicht. Die drei Kommilitonen kannten sich nicht. Sie hatten keine gemeinsame Vorlesung. Sie studierten unterschiedliche Fächer und sie standen an unterschiedlichen Etappen ihres Studiums. Ein besorgter Vater aus Nordbayern hatte sich in einem Brief an Bartels gewandt, damit dieser den Selbstmorden in Neubiberg auf den Grund geht. Der Vater sehe demnach die Ursache der Suizide in dem hohen Druck, der durch das Intensivstudium an Bundeswehr-Hochschulen auf den jungen Studierenden laste. Nach seinem Uni-Besuch sagte Bartels: „Es gibt an der Uni eine Diskussion darüber, wie viel Leistungsdruck nötig ist.“ Schließlich sei die Fallhöhe bei einem Studium an einer Bundeswehr-Uni, wofür sich die Studenten jahrelang verpflichten müssen, „höher als an zivilen Universitäten“. Gleichwohl verwies Bartels darauf, dass das Studiensystem mit Trimestern, seit Gründung der Uni bestehe. Gleichzeitig schloss er nicht aus, der Druck durch das Studium bei den Selbstmorden ein Thema gewesen sein kann. „Die Gründe bei Suizid sind immer individuell.“

Die Uni will das psychologisch-soziale Betreuungsangebot ausbauen

An der Bundeswehr-Uni gibt es eine psychologische Studienberatung, sogenanntes Peer-Coaching, bei dem Studenten sich untereinander helfen, und zwei Militärseelsorger, die rund um die Uhr über einen Notdienst erreichbar sind. Betreuung Außerdem plant die Uni die Gründung eines Allgemeinen Beirates, der sich dem Thema annehmen soll. Bartels plädierte dafür, das Betreuungsangebot weiter auszubauen. Das sei auch Konsens an der Uni. „Der Wille ist da, das psychologisch-soziale Betreuungsangebot auszubauen. An der Uni geht man mit dem Thema sehr offen um.“ Konkrete Pläne gebe es allerdings noch nicht. Bartels will bald der zweiten Bundeswehr-Universität in Hamburg einen Besuch abstatten. Dort will er sich die Betreuungsangebote genau ansehen.

rat

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