Symbol für Pflicht gegenüber dem Bürger

- Gemeinde-Oberhäupter stellen ihre Amtsketten aus - Ziegler und Schwarz ohne

Landkreis (dak) - Elisabeth Ziegler (SPD) konnte einem ein bisschen Leid tun. Als Frau und Bürgermeisterin von Oberschleißheim stand sie da zwischen lauter prunkvoll geschmückten Männern und hatte nichts zum Vorzeigen. "Der Gemeinderat hat den Antrag auf eine Kette zweimal abgelehnt", erklärte sie. Bei der Eröffnung der Bürgermeisterketten-Ausstellung in Aschheim musste Ziegler deshalb auf "normale" Schmuckstücke, die man als Frau so trägt, zurückgreifen. Sie war damit noch besser bedient als Unterföhrings Rathaus-Chef Franz Schwarz (SPD). Ebensowenig mit einer Kette ausgestattet, musste der im Kulturellen Gebäude nämlich gänzlich schmucklos auftreten.

Die anderen Vertreter aus dem Landkreis hatten ihre Ketten, die für die Ausstellung fotografiert und mit Erläuterungen versehen wurden, für die Eröffnungs-Zeremonie um den Hals gelegt. Wobei Eckhard Kalinowski (SPD) möglicherweise gerne mit Schwarz oder Ziegler getauscht hätte. In seinem grobschlächtigen Exemplar wirkte der Taufkirchener Bürgermeister tatsächlich wie in Ketten gelegt. Was wiederum zu den Worten des Präsidenten des Bayerischen Gemeindetages, Uwe Brandl (CSU), passte, der in den Ketten ein Symbol für die Verpflichtung der Bürgermeister gegenüber ihrer Bevölkerung sah.

Die Geschichte von der Bürgermeistermedaille bis zur Kette - niedergeschrieben in einem kurzen Essay von Hermann Rumschöttel vom Bayerischen Staatsarchiv - trug Aschheims Geschäftsleitender Beamter Manfred Durner vor.

Bevor sich die Gemeinde-Chefs wieder dem eigentlichen Tagesgeschäft, der Kreisverbands-Sitzung des Bayerischen Gemeindetags, widmeten, konnten sie noch ein Viertelstündchen die Ketten ihrer Amtskollegen bestaunen. Manfred Solbrigs (SPD) Stadtwappen beispielsweise wird getragen von einer goldenen Kette, bestehend aus Figuren verschiedener Größe, die sich scheinbar an den Händen fassen. Garchings Kette hat als einzige ein Motto: "Lebendige Gemeinschaft."

Über Material, Bedeutung der Wappen und Herstellungsjahr geben Infotafeln neben den Fotos Auskunft. So erfährt der Besucher, dass Gastgeber Helmut Englmann (CSU) seine Kette kurz nach Amtsantritt bekam. Die Gemeinde hatte seinem Vorgänger Franz Ruthus (CSU) die Kette geschenkt. Das Stück ist übrigens das einzige, das Besucher des Kulturellen Gebäudes im Original sehen können. Jedoch nicht in der Ausstellung, sondern in der Geschichtlich-Heimatkundlichen Sammlung.

Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, 16 bis 19 Uhr, Dienstag und Freitag, 15 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 13 Uhr. Die Ausstellung endet am 3. März.

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