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In der Form eines Rotorblatts entsteht die Jochen-Schweizer-Welt zwischen Ikea und Airbus in Taufkirchen. Der Standort wird durch das Vorhaben zusätzlich aufgewertet und soll jährlich bis zu 240 000 Erlebnishungrige anlocken.

Jochen-Schweizer-Welt

"Perfekter Augenblick" in genau 474 Tagen

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Taufkirchen - Der Erlebnis-Vermittler Jochen Schweizer erklärt, warum der „perfekte Augenblick“ in Taufkirchen weltweit einzigartig sein wird.

Das beigefarbene Mikrofon ist schon montiert, und eigentlich soll Jochen Schweizer längst auf dem Podium stehen, doch die halbe Minute Zeit nimmt er sich noch, um sein neues Buch „Der perfekte Augenblick“ mit einer persönlichen Signatur zu versehen. „Blue Sky“ schreibt er dazu und erläutert: „Das rufen wir, bevor wir aus dem Flugzeug springen.“ Dann endlich schwingt sich der 58-Jährige elegant einen halben Meter nach oben und schwärmt von der Jochen-Schweizer-Welt. „Noch genau 474 Tage“, verspricht er, „dann fliegen wir hier.“ 

Taufkirchen, Ludwig-Bölkow-Allee 5. Der Ort, an dem ab Februar 2017 Träume Realität werden sollen. Der des Menschen vom Fliegen, einfach so, mit dem bloßen Körper. Und der von Surfen in der Welle, wie am weltberühmten Eisbach in München.

Für eine Baustellenbesichtigung steht eine kleine Armada gelber Gummistiefel bereit, auf die dank des trockenen Wetters verzichtet werden darf – doch Helme sind Pflicht, als Interessierte unter riesigen Kränen einen Blick in die 18 Meter tiefe Baugrube werfen. Sie wird einmal das Herzstück der Jochen-Schweizer-Welt sein; die Stelle, an der im Windkanal mittels spezieller Technologie 15 Tonnen Luft rotieren und den Traum vom Fliegen ermöglichen.

Als Jochen Schweizer für eine Momentaufnahme posiert, mahnen PR-Strategen die Fotografen zu Zurückhaltung: Bitte nicht die ganze Baugrube ablichten, die Tiefe nur andeuten – wegen Industrie-Spionage.

Einen „Weltstandard“ will Jochen Schweizer mit seinem Windkanal setzen – 18 Meter geht’s unter ihm in die Tiefe.

 Jochen Schweizer ist jemand, der mit seinen 500 Mitarbeitern seit 25 Jahren nicht nur Event-Anlagen produziert, sondern auch wohlüberlegte Sätze, die allesamt schlagzeilentauglich klingen. Sein Lebensmotto zum Beispiel: „Dort, wo ich mich befinde, ist mein Ausgangspunkt – ich bin immer unterwegs und nie am Ziel.“ 

Taufkirchen ist also keine Endstation. Aber eine wichtige Station im Leben des 58-Jährigen, der sein autobiografisches Buch als „großen Ratgeber“ preist und zu dem Schluss kommt: „Dieses Buch führt nach Taufkirchen.“ 

Denn die künftige Jochen-Schweizer-Welt ist mehr als eine weitere Dependance des einstigen Stuntman, Kajakfahrers und Rekordaufstellers im Bungeespringen. Nein, Taufkirchen ist „das Ergebnis eines Prozesses“, erläutert der Erlebnis-Vermittler aus Grünwald: „Was habe ich aus schwierigen Situationen gelernt? Wie gehe ich mit einem Scheitern um? Hier in Taufkirchen gebe ich meiner Marke ein Zuhause.“ 

Windkanäle gibt es viele auf der Welt, aber so einen wie in Taufkirchen? „Der Erfolg“, doziert Schweizer, „liegt in den letzten drei Prozent. 97 Prozent kann jeder.“ Die Kunst liege vor allem darin, die rotierende Luft verwirbelungsfrei zu halten. Und das Risiko zu evaluieren. Schweizer über seine Technik-Kniffe: „Taufkirchen setzt einen neuen Weltstandard.“ Dazu Surf-Welle, Hochseilgarten, Gastronomie, das alles auf einem 15.000-Quadratmeter-Areal, das die Form eines Rotorblatts erhält. 

„Der perfekte Augenblick“: Was bedeutet sein Buchtitel für Jochen Schweizer persönlich? „Wenn ich aufhöre zu denken, ganz im Hier und Jetzt aufgehe, den Flow erlebe.“ Ein Gefühl, das der Unternehmer pro Jahr bis zu 240 000 Menschen in Taufkirchen vermitteln will. In 474 Tagen geht’s los, dann gilt das Firmenmotto: „Genug geträumt, jetzt wird erlebt."

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