Chor von St. Ulrich und Organist Johannes Berger ziehen alle Register

Chor singt sich in die Herzen der Unterschleißheiemr

Unterschleißheim - Für den Chor St. Ulrich ist das Neujahrskonzert der konzertante Höhepunkt seines Schaffens. Für die Unterschleißheimer Konzertfreunde ist es indes wohl der musikalische Höhepunkt zum Jahresbeginn.

Auch heuer boten der Chor unter Leitung von Matthias Berthel sowie Johannes Berger an der Orgel wieder ein wunderbares Repertoire aus verschiedenen musikalischen Epochen. Fasziniert folgten die Zuhörer dem virtuosen Spiel von Organist Johannes Berger auf der 15 Jahre alten Sandtner-Orgel. Den Auftakt machte er mit der barocken Sinfonia „Wir danken Dir, Gott, wir danken Dir“ von Johann Sebastian Bach, gefolgt vom getragenen Sakralwerk „Vater unser im Himmelreich“ von Komponist und Organist Georg Böhm. 

Prunkvoll, alle Register ausschöpfend, erklangen später die Sonate A-Dur des Romantikers Felix Mendelsohn-Bartholdys, wie die Toccata in F-Dur, das wohl berühmteste Werk aus der 5. Orgelsinfonie des Franzosen Charles-Marie Widor. Zwischen den Orgelwerken gab der rund 60-köpfige St. Ulrich-Chor seine durchweg sakralen Lieder zum Besten. Ein wahrer Ohrenschmaus durch mehrere Jahrhunderte. Einige der Lieder wurden in lateinischer Sprache gesungen, wie etwa „Sicut cervus desiderat“ des italienischen Frühbarock-Komponisten Giovanni P.da Palestrina oder das zeitgenössische „Ubi caritas“ des deutschen Kirchenmusikers Wolfram Menchick. 

Romantisch mit Mendelssohn

Es folgte das getragene Lied von Johann Crüger „Lobet den Herrn“, welches abgelöst wurde von Alessandro Scarlattis opulentem „Exultate deo“. Romantisch wurde es nochmals mit Mendelssohn-Bartholdy, als das herrliche „Jauchzet dem Herrn“ durch den großen Kirchenraum schallte. Nach dem fulminanten Finale, in welchem der stimmgewaltige Chor Zu Colin Mawbys „Jubilate Deo“ von Johannes Berger an der Orgel begleitet wurde, folgte der ebenfalls fulminante Applaus der Zuhörer. Der Chor St. Ulrich hat sich im Lauf der vergangenen Jahre schon längst in die Herzen des Unterschleißheimer Publikums gesungen. Es ist zu hören, dass dem Können der Sänger jede Menge Probenarbeit und chorische Stimmbildung zugrunde liegt. 

Großes Talent an der Orgel

Ein großes Talent seines Fachs ist auch Johannes Berger. Breits im Alter von von elf Jahren wurde der gebürtige Rosenheimer in die Klasse von Orgelprofessor Franz Lehmdorfer aufgenommen. Später avancierter er zum ersten Preisträger von „Jugend musiziert“. Inzwischen wurde Berger als Solist, Kammermusikpartner oder Continuo-Spieler häufig für CD, sowie Rundfunk und Fernsehproduktionen engagiert. Seit 2009 ist er Organist und Kustos an der größten Freiluft-Orgel der Welt in Kufstein.

Von Jutta Oesmann

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