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„Die Hemmschwelle ist niedrig, die Kontakte entstehen unkompliziert“, sagt Organisatorin Sabine Ostermann (l.).

Jobmesse

Neuer Start nach der Familienzeit

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Für Wiedereinsteigerinnen, Umsteigerinnen und Teilzeitjobberinnen gibt es in der Gemeindebücherei Taufkirchen jede Menge konkrete Jobangebote: 20 Arbeitgeber sind gekommen und hoffen auf neue Mitarbeiterinnen, die nach der Familienzeit zurück in den Beruf wollen.

Taufkirchen – Hier auf der Jobmesse der Firma „Null-acht-12“ können Interessentinnen direkt mit den Chefs ins Gespräch kommen. Das ist ganz einfach auf der Empore der Gemeindebücherei, wo sich rund 100 Besucherinnen von Stand zu Stand drängen, wo es zwischen Bücherregalen und Gesprächsgrüppchen recht eng ist. Elisabeth Soßna-Katzenschwanz hält nach ihrem Rundgang einen kleinen Stapel Broschüren in der Hand. Die 50-Jährige hat drei eigene Kinder groß gezogen und nebenbei eine Ich-AG als Tagesmutter gegründet. Derzeit betreut sie fünf Kleinkinder. Noch. Denn im September steht bei Elisabeth Soßna-Katzenschwanz nach 18 Jahren eine Veränderung an: „Ich orientiere mich beruflich gerade neu“, erzählt sie. „Ein Teilzeitjob mit 30 Stunden wäre toll.“ Die Eltern der Tageskinder hat sie schon informiert, dass für sie im Herbst eine neue Ära beginnen wird. Die Zeichen sind auf Veränderung gestellt, sie lacht verschmitzt. Vielleicht, so erzählt sie, knüpft sie an ihre ersten beiden Ausbildungen als Krankenschwester und Arzthelferin an. „Eine Tätigkeit in der Pflegeberatung würde mir gefallen“, sagt die jung gebliebene Freiberuflerin, die heute Abend eifrig an ihrer der Zukunft bastelt.

Mit Markus Schlicht vom Senioren-Wohnen des BRK und Pater Felix von der Erzdiözese München Freising hat sie Gespräche geführt. Der Augustinerpater sticht mit seiner schwarzen Ordenskutte im Gedränge heraus. Die Diözese bietet eine Vielzeit an Jobs in den Bereichen Pädagogik, Seelsorge und Verwaltung, das bezeugen die Flyer für etwa 15 verschiedene Berufe. „Gerade beim Thema Teilzeitjobs sind wir super“, betont Pater Felix. Für die 4600 Angestellten der Diözese gebe es verschiedene Teilzeit-Modelle, „dabei ist berücksichtigen wir auch, dass unsere Mitarbeiter die Pflege ihrer Eltern zeitlich bewerkstelligen können“.

Die Bandbreite der Stellenangebote, die die 20 Arbeitgeber machen, ist groß: Von der Verkäuferin bei Aldi bis zur Bauleiterin bei Wagner Bau, von der Verwaltungsleiterin einer Kindertagesstätte bis zur Softwareentwicklerin. „Der Markt ist leer gefegt“, sagt Informatiker Dietmar Müller, Chef der Firma AdFlow-Systems aus Unterhaching, die Programme für Medienhäuser entwickelt. Er ist gekommen, weil er die Arbeit mit den Wiedereinsteigerinnen schätzt, die voll im Leben stehen und oft sehr flexibel sind.

An den Tischen laden Prosecco, Chips oder Süßigkeiten zum Verweilen ein, und eifrig werden Visitenkarten getauscht. Organisatorin Sabine Ostermann und ihre beiden Kolleginnen sind mit dem Verlauf des Abends zufrieden. Ebenso wie Alexandra Gipser, sie genießt die quirlige Atmosphäre: „Die Besucherinnen sind sehr kommunikativ“, stellt die Geschäftsführerin im Hallo-Verlag fest. Immer wieder bleiben Damen am Verlagsstand stehen und informieren sich über Stellenangebote in den Bereichen Redaktion, Vertrieb und Anzeigen: „Die Hemmschwelle ist niedrig und die Kontakte entstehen ganz unkompliziert“, sagt Gipser. Und eine Dame aus Taufkirchen zieht nach ihren Rundgang etwas überrascht das Fazit: „Ich bin ziemlich beeindruckt, wie gefragt wir Frauen ab 45 sind.“

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