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Gute Fachkräfte fürs Taufkirchner Rathaus sind immer schwerer zu finden.

Wegen Fachkräfte-Mangel

200.000 Euro für Gemeinde-Angestellte

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Viel Geld macht Taufkirchen locker, um Fachkräfte zu halten oder zu gewinnen. Die Gemeinde sieht keine andere Chance.

Taufkirchen – Im Kampf um Fachkräfte für die Rathausverwaltung greift die Gemeinde Taufkirchen tief in die Tasche. 200 000 Euro wird locker gemacht, um im Bedarfsfall Mitarbeiter mittels Arbeitsmarktzulage zu halten oder Bewerbern eine Stelle im Rathaus schmackhaft zu machen. Der Gemeinderat hat einem entsprechenden Vorschlag der Verwaltung einmütig zugestimmt. Abgerückt ist man von der Idee, allen Bediensteten der Gemeinde eine monatliche Zulage von 150 Euro zu gewähren. Dies hatte der Personalrat vorgeschlagen.

Geld bringt keine Wohnungen

Edith Hirtreiter (ILT) warnte davor, sich im Wettbewerb mit anderen Kommunen und Behörden um dringend benötigtes Personal allein aufs Geld zu verlassen. Stattdessen sollte man Wohnraum zu erschwinglichen Preisen anbieten. „Geld bringt den Leuten keine günstigen Wohnungen“, sagte sie.

Herbert Heigl missfiel die Absicht, mit der Zulage pauschal alle Mitarbeiter zu beglücken. „Das ist für die Motivation nicht wirkungsvoll“, meinte der CSU-Fraktionsvorsitzende und sprach sich für eine Differenzierung aus, die sich am Bedarf oder an der Leistung orientiert. Seiner Ansicht nach sollte die Zulage nur Mitarbeitern gezahlt werden, „die wir wirklich brauchen“. Michael Lilienthal (FW) hätte die Zulage gerne ausschließlich an die Qualität des Mitarbeiters geknüpft. Die Gemeinde könne gerne 500 Euro zusätzlich zahlen, es müsse aber nach Leistung gehen.

Sonst gibt‘s nur „Bodensatz“

Kämmerer Jan Modrzinski warb für den Vorschlag von Personalrat und Verwaltung. Man stehe im Wettbewerb zu anderen Gemeinden, die ihren Mitarbeitern auch Zulagen zahlten. Welche Kommune ihren Mitarbeitern welchen Geldsegen zukommen lässt, ist völlig unklar. „Es wird nicht mehr offen darüber geredet, weil die Konkurrenz so groß ist“, sagte Hauptamtsleiterin Martina Kraft. Ziehe man nicht mit, „kriegen wir nur noch den Bodensatz, der sich bei uns bewirbt“, warnte Modrzinski.

Die Suche nach Personal ist laut Verwaltung mittlerweile sehr zeit- und kostenintensiv. So müssten Stellen oft mehrfach ausgeschrieben werden, um letztlich teils fachfremdes Personal einzustellen, das man für die Tätigkeit erst qualifizieren müsse. SPD-Fraktionschefin Rosemarie Weber erinnerte daran, dass gerade beim Bauhof dringend Personal gesucht werde. Eine Zulage für die Mitarbeiter sieht sie als Zeichen der Wertschätzung sowie als Mittel, die Beschäftigen an die Gemeinde zu binden.   

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