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Das Ensemble treibt er zu Höchstleistungen an: Julio Miròn hat aus dem Unterhachinger Gospelchor eine Extraportion Leidenschaft herausgeholt.

Als Vorgruppe Spitze: Unterhachinger Gospelchor

Mit Chili in der Stimme

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
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Der Unterhachinger Gospelchor war zwar „nur“ die Vorgruppe zum Hauptact, dem Konzert der Original USA Gospel Singers. Dennoch rissen die Lokalmatadore bereits das Taufkirchner Publikum zu Zugaben und Bravo-Rufen hin. Das gibt dem 50-köpfigen Laien-Chor Auftrieb in einer Phase ohne Stamm-Dirigentin Barbara Klose.

Taufkirchen – Seit gut eineinhalb Jahren ist der Gospelchor der evangelischen Kirchengemeinde Unterhaching aufgrund einer Erkrankung seiner langjährigen Kantorin Barbara Klose ohne Dirigenten. Sie proben dennoch weiterhin fleißig jeden Mittwochabend. Seit 30 Jahren ist der Chor eine zusammengeschweißte Truppe. „Wir gestalten den evangelischen Gottesdienst zu besonderen Feierlichkeiten, sind aber auch im Münchner Umland unterwegs, waren schon in England, Finnland und den USA zu Konzertreisen“, berichtet Rita Hörter, eine der Alt-Stimmen des 50 Sänger starken Chores. Da das „Konzertieren“ ohne einen Dirigenten nicht geht, engagieren sie immer projektbezogen einen Dirigenten.

Für den Taufkirchner Auftritt konnten sie „über gutes Networking“, so Hörter, Julio Miròn gewinnen, „ein Südamerikaner mit Leidenschaft“, schwärmt Hörter. Der hat auch gleich seinen Pianisten Pablo Havenstein mitgebracht. Sieben Mal haben sie Lieder wie „Deep River“, „Holy“, „Twelve Gates“ und auch „Jonah“ geprobt, „Lieder, die schon lange zu unserem Repertoire gehören, aber mit Julio völlig anders klingen“, sagt Hörter.

Barbara Klose habe das absolute Gehör, ihr Schwerpunkt liegt eher auf der Genauigkeit. Julio Miròn geht es mehr um die Interpretation des Liedes. „Singt mit mehr Salz und Pfeffer und ganz viel Chili“, das sind seine Worte. Dementsprechend auch seine Art des Dirigierens: mit vollem Körpereinsatz, dass die Jacketschöße nur so fliegen, jeden seiner Sänger im Visier, mit erhobenen Armen und weit ausholenden Bewegungen zu Höchstleistungen antreibend.

Das Publikum hat bereits im ersten Lied den Funken des Gospel gespürt, in vielen Reihen wippten die Besucher mit, bei „Holy“ sangen einige lautlos und bei „Jonah“ wurde mit geklatscht. „Toll war’s“, resümierte Hörter ihren 45-minütigen Auftritt.

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