Riegerhöfe
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Hier baut auch die Gemeinde Wohnungen: Ein Beispiel für das rege Baugeschehen im Taufkirchner Gemeindeteil Winning sind die Riegerhöfe.

Viele Projekte in der Gemeinde – Planung für Areal nördlich des Edeka startet

Baustelle Taufkirchen

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Die Gemeinde Taufkirchen wächst. Es gibt etliche Ideen und Begehrlichkeiten für die grünen Flecken im Gemeindegebiet, über zahlreiche Bauanträge muss entschieden werden.

„Wir haben derzeit so viele Baustellen“, klagte jüngst David Grothe, Fraktionsvorsitzender der Grünen, im Gemeinderat. „Es ist zu viel, was gerade gleichzeitig passiert.“ Neben der brachliegenden Fläche, wo einst die alte Schmiede stand, dem Gewerbegebiet in Potzham und etlichen anderen Projekten im Ort, tut sich vor allem vieles im Gemeindeteil Winning. Dort oben, westlich der Tegernseer Landstraße, wachsen gerade unter anderem die Riegerhöfe mit etlichen Wohnungen in die Höhe. Auch die Gemeinde baut dort Wohnungen, neben weiteren privaten Investoren. Und dann ist da immer noch viel freie Fläche Richtung Norden.

Wenn man auf fremden Grund etwas haben will, muss man auch etwas geben.

Bürgermeister Ullrich Sander

Dass da zwischen dem neuen Supermarkt und dem Zacherlweg was entstehen soll, da ist sich die Mehrheit im Gemeinderat einig. Die Frage ist nur – wann? Einen ersten Schritt haben die Lokalpolitiker nun gemacht und beschlossen, einen Bebauungsplan für dieses Areal aufzustellen. Und: Das Gebiet soll im Flächennutzungsplan als Wohnfläche ausgewiesen werden. Das ganze geschieht nicht ganz ohne Hintergedanken: Die Gemeinde will den Fuß- und Radweg entlang der Tegernseer Landstraße bis zum Zacherlweg verlängern – doch dafür muss der Eigentümer ein Stück von seinem Grund abtreten. Dafür kommt man ihm mit dem Bebauungsplan entgegen, den er sich wünscht. „Wenn man auf fremden Grund etwas haben will, muss man auch etwas geben“, erklärte Bürgermeister Ullrich Sander. „Auch wenn wir uns einig sind, dass wir da nicht so schnell bauen wollen.“ Vor 2026 wird dort wohl nichts passieren, „über den Zeithorizont kann man mit dem Eigentümer problemlos reden“, glaubt Sander.

Wunsch nach Verkehrskonzept

„Der Grundstückseigentümer ist uns dort oben schon oft entgegengekommen“, sagte Peter Hofbauer (Freie Wähler). „Jetzt sind wir mal dran.“ Auch Alfred Widmann (SPD) findet „ein Zeichen“ von Seiten der Gemeinde wichtig. Gleichwohl wünscht er sich einmal „konkrete Zahlen“, wie es dort in dem Gebiet weitergeht. Das sieht auch sein Fraktionskollege Herbert Heigl so: „Nirgendwo dort sind bisher soziale Einrichtungen geplant und ich will auch ein Verkehrskonzept für dieses Gebiet haben.“

Paul Haberl (CSU) findet: „Wir brauchen für alle Baugebiete einen zeitlichen Ablauf, der für alle verträglich ist.“ Es müsse sichergestellt sein, dass genug Platz in Kindertagesstätten und Schulen sei. Grundsätzlich stellte Haberl aber auch fest: „Wir gehören nicht zu den Gemeinden, die viel gebaut haben in den letzten Jahren“, man sei da eher unterdurchschnittlich. Nicht aufs Gas drücken wollen hingegen die Grünen. Sie halten zwar die Weiterführung des Fuß- und Radwegs für wichtig, „aber nicht um jeden Preis“, wie Rudi Schwab sagte. David Grothe findet eine Bebauung dort „langfristig in Ordnung“, doch er wünscht sich eine klare zeitliche Begrenzung.

Am Ende stimmte eine klare Mehrheit für den Beginn der Bauleitplanung. So könnte der Fuß- und Radweg noch in diesem Jahr verlängert werden. Wie es dort genau weitergeht, damit wird sich der Gemeinderat wohl noch öfters befassen. Und es stehen noch weitere große Projekte an: Demnächst befasst er sich erneut mit dem geplanten Neubau des Seniorenwohnheims entlang des Winninger Wegs und was drumherum in Zukunft entstehen soll.

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