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Ein Ereignis, nur unter anderem wegen der Lichtshow: Scala & Kolacny Brothers in Taufkirchen.

„Scala & Kolacny Brothers“

Verführen und berühren

Taufkirchen - Der belgische Mädchenchor „Scala & Kolacny Brothers“ begeistert in Taufkirchen 500 Zuschauer. Die lokalen Chöre brillieren im Vorprogramm.

Man kennt das sonst eher von Rockkonzerten. Dass lokale Bands als Vorgruppe spielen dürfen für den Superstar, der dann mit der angemessenen Verspätung die Bühne betritt. In Taufkirchen war das ein wenig ähnlich: Vier Chöre von Schulen der Umgebung stimmten die rund 500 Besucher ein auf den belgischen Mädchenchor „Scala & Kolacny Brothers“, der mit seinem ungewöhnlichen Repertoire – die 16- bis 20-Jährigen singen auch Rammstein und Nirvana – in den vergangenen Jahren einen Preis nach dem anderen abgeräumt hat.

Entsprechend war die Stimmung in Taufkirchen allerbestens. Die Zuhörer wippten mit im Takt – und strahlten um die Wette. „Da kommt nichts drüber“, meinte eine Besucherin zu ihrer Freundin, „das sind wahre Künstler“, sagte eine andere Frau anerkennend über die Belgierinnen, die bekannt sind für ihre ans Herz gehenden Adaptionen aus der Rock- und Popgeschichte. Und zu deren Musik Kommentare auf Youtube stehen des Inhalts, dass nie das Wort „fuck“ schöner geklungen habe als bei ihrer Coverversion des Radiohead-Songs „Creep“, in dem bekanntlich die Zeile vorkommt: „You’re so fuckin’ special.“

Aber erstmal zum Vorprogramm, das an sich auch schon ausgereicht hätte, um einen Abend zu füllen. Aufgetreten sind: zum einen der große Chor des Lise Meitner-Gymnasiums Unterhaching, unter Leitung von Eva Kraupner, dem Neunt- bis Zwölfklässler angehören. Dann aus Taufkirchen die Jugendformation der Musikschule, „Young Voices“, angeleitet von Claus Blank, der momentan zehn begeisterte Jugendliche angehören. Schließlich: der Chor der Mittelschule Taufkirchen (Leitung Ilona Seufert), der sich vor allem durch seine solistischen Einlagen einen Namen gemacht hat. Und last not least die „Independent Women“, der Chor der Musikschule Grünwald, der mit einem bewegenden Medley aus dem Rockmusical „spring awakening“ erst Anfang Oktober den Musikschulpreis der Kreissparkasse gewonnen hat. Leitung: Elisabeth Daiker.

Die Belgierinnen mit den Kolacny Brothers? Begeisterten, wie gesagt, rundweg mit ihrem Programm. In dem sie bekannte Indie- und Rockklassiker zu Gehör brachten, zu elegischen Hymnen erweitert, mit atemberaubenden Klang- und Lichteffekten. „Lassen Sie sich verführen und berühren, wie Sie schon lange nicht mehr von Musik berührt wurden“, hatte das Taufkirchner Kulturamt in seiner Ankündigung die Besucher ermuntert. Genau das machten die dann auch.

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