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Ein starker Auftritt: Penelope Pellegrini und Ali Laza von der Mittelschule Taufkirchen interpretieren einen Song von Adele im "Bürgertreff" Taufkirchen

Auf der Bühne: Schüler der Mittelschule Taufkirchen

Musical-Nacht in der "Sozialen Stadt"

Taufkirchen - Musik kennt keine Grenzen, Musik verbindet. Umso besser passt es, dass Schüler der Mittelschule Taufkirchen jetzt eine Musical-Nacht im Bürgertreff der „Sozialen Stadt“ mitgestaltet haben. Ziel des Projekts: Die Gemeinde soll zusammenwachsen.

Ali Laza (11) steht auf der aufgebauten Bühne im Bürgertreff Taufkirchen. Im Hintergrund setzt Gitarrenmusik ein, und Ali beginnt mit zarter Stimme „Oh, misty eye of the mountain below“ zu singen, die ersten Zeilen von „I see fire“ von Ed Sheeran. Konzentriert und ohne schiefen Ton. Das Publikum jubelt ihm zu.

Ali gehört zur Musikgruppe der Mittelschule Taufkirchen, die bei der Musical-Nacht rund 40 Zuhörer mit professionellem Gesang beeindruckt hat. Veranstaltet wurde der Abend im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“, einem Städtebauförderprogramm, in das Taufkirchen im vergangenen Jahr aufgenommen worden ist (wir berichteten).

Ziel ist es, die Wohn- und Lebenssituation im Westen von Taufkirchen, in der „Siedlung am Wald“, zu verbessern. „Allgemein sollen Quartiere, die in die Jahre gekommen sind, nachhaltig verbessert werden. Sowohl städtebaulich als auch sozial“, erklärt Marga Mitterhuber, die für das Quartiersmanagement der Gemeinde verantwortlich ist.

Wichtig ist Mitterhuber aber nicht nur eine Sanierung. „Neue Häuser und Passagen allein werden nichts ändern“, betont sie. Vielmehr sollen die Bewohner der Siedlung mit ihren Nachbarn im historischen Ortsteil im Osten von Taufkirchen zusammenwachsen. In der Vergangenheit bestand hier kaum Kontakt. Durch erste gemeinsame Projekte, etwa der beiden Grundschulen am Ort, wurden zuletzt engere Bande geknüpft (wir berichteten).

Um also die Menschen aus beiden Ortsteilen zusammenzubringen – insgesamt leben in der Gemeinde 85 Nationalitäten – und insbesondere die Bewohner aus Ost-Taufkirchen in die Siedlung am Wald zu locken, organisiert das Team der „Sozialen Stadt“ in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Wir in Taufkirchen“ Projekte wie die Musical-Nacht.

Hier hat Ali mit seiner Mitschülerin Penelope Pellegrini (12) gerade „Rolling in the deep“ von Adele angestimmt. Es folgt „Wake me up“ von Aloe Black. Die jungen Talente kommen beide aus Taufkirchen. Begleitet von Gitarre, Keyboard und Xylofon durch Lehrer und Mitschüler begeisterten sie die Zuhörer und stimmten wunderbar auf den Auftritt von Carolin Bommhardt ein, besser bekannt als Sängerin „Lila“, die mehrere Songs aus verschiedenen Musicals zum Besten gab.

Unter den applaudierenden Gästen ist auch Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei). „Der Treff in der Eschenpassage gilt bei vielen als Anlaufstelle für Sozialschwache. Es soll aber eine Begegnungsstätte für alle Bewohner sein“, betont er. Für die Zukunft wünscht er sich deshalb ein noch größeres Publikum: „Es hätten viel mehr Leute kommen können. Wir versuchen, durch unsere Homepage und das Gemeindejournal diese Veranstaltungen noch bekannter zu machen“, erklärt der Sander auf Nachfrage unserer Zeitung.

Diejenigen, die die Musical-Nacht erleben sind restlos begeistert. Besonders stolz ist Ilona Seufert, die Leiterin der Musikgruppe: „Ich muss sagen, dass war einer der geilsten Auftritte, die wir je hatten“, sagt sie. Und Zuhörerin Irmi Dreifke aus Taufkirchen stimmt zu: Das war ganz toll, auch wie sich die beiden getraut haben.“ Auch Stefanie Schmalzl von der Bauverwaltung Taufkirchen ist mit der Musical-Nacht zufrieden: „Die Idee der Integration hat funktioniert, es waren junge wie alte Leute da und unterschiedliche Nationalitäten vertreten.“ Die Gemeinde arbeitet bereits zum zweiten Mal mit der Musikgruppe der Mittelschule zusammen. „Das Konzert auf dem Weihnachtsmarkt war ein großer Erfolg und hat viele Menschen angezogen“, erinnert sich Schmalzl. „Außerdem verbindet Musik die Generationen.“

Das größte Lob des Abends kommt für Penelope Pellegrini aber vielleicht von ihrer Mutter Fosca. Die gebürtige Italienerin hält die Konzerte für eine tolle Sache: „Die Musik und der Tanz macht den Kindern so viel Freude. Das bringt sie zusammen!“

Josephin Bruhn

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