Einblick: Florian Hahn (2.v.l.) und Bürgermeister UIlrich Sander (r.) mit Mitarbeitern der Teststation.

Kurzbesuch beim Schmutzmann

Coronavirus: So läuft der Drive-In-Test ab

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Landkreisweit gibt es inzwischen 21 Corona-Teststationen. Wir haben uns vor Ort einmal angeschaut, wie der Drive-In-Test funktioniert.

Taufkirchen – Seit Beginn der Coronakrise sind im Landkreis München nach und nach 21 Corona-Teststationen für die 28 Gemeinden, – einige teilen sich eine Station –, entstanden. Seit 25. März ist die Corona-Teststation in Taufkirchen in Betrieb, bei welcher jetzt der CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Hahn vorbeischaute, um sich einen Eindruck von der Arbeit dort zu verschaffen. Der Test läuft überall ähnlich ab.

Kein Test ohne Termin

Die Zufahrt zur Teststation am Köglwirt wird nur Leuten geöffnet, die einen Termin haben.

Derzeit wird unter dem Zelt im Sportpark, direkt neben der Turnhalle täglich von 10 bis 12 Uhr getestet. Bis zu 16 Menschen wurden pro Tag hier schon durchgeschleust. Neben Mitarbeitern des Krisenstabs der Gemeinde helfen dabei die Johanniter, die Taufkirchner Feuerwehr und einige Hausärzte mit. Getestet wird nur, wer zuvor einen Termin von seinem Hausarzt dafür bekommen hat. „Der Arzt meldet sich dann bei uns und wir holen das Testset für den Patienten in der Praxis ab“, erklärt Florian Müller von der Gemeinde und Mitglied im Krisenstab.

Empfang an Zufahrt

Die Zufahrten zum Sportpark sind derzeit abgesperrt. An der Sperre am Köglweg nimmt ein Gemeindemitarbeiter die zu testende Person in Empfang, erklärt den Ablauf und gibt über Funk an der Station Bescheid, dass jemand zum Testen kommt. Die meisten fahren mit dem Auto vor, doch es kommen auch Fußgänger oder Radfahrer. Der Weg führt einmal um den Köglwirt herum. Entlang der Wiese wurde ein Sichtschutz errichtet. „Leider gibt es immer wieder Schaulustige, die vom Spazierweg herüberschauen, wer da kommt“, sagt Müller. An der Rückseite zur Turnhalle steht das Testzelt. Vorab steht erneut ein Gemeindemitarbeiter und erklärt, wie der Test abläuft. „Und beruhigt die Menschen, die oft sehr aufgeregt sind“, sagt Müller.

Kurz vor der Teststation empfängt (normalerweise im Auto) ein Gemeindemitarbeiter die Testperson.

In der Station

Der Schmutzmann macht sich einsatzbereit

In der Station selbst wartet ein sogenannter Schmutzmann – ein Mitarbeiter der Johanniter in voller Schutzmontur´: ein Schutzanzug, dessen Nähte alle verklebt und verdeckt sind, drei paar Handschuhe übereinander, eine Schutzmaske mit hohem Sicherheitsstandard und Schutzbrille. „Länger als 75 Minuten sollte man so einen Schutzanzug nicht tragen, dann wird es anstrengend für den Körper“, erklärt Müller. Der Schmutzmann übergibt der Testperson das Test-Set: ein Wattestäbchen, das dann in einem Röhrchen verstaut wird. Den Test führt die Testperson selbst durch. Angeleitet wird sie dabei von einem Arzt oder Ärztin, die hinter einem Absperrband in der Station steht. Je nach Test braucht es einen Abstrich in der Nase oder im Rachen. „In der Aufregung kann es auch schon mal passieren, dass ein Stäbchen abbricht“, sagt Müller. Für diesen Fall habe man immer Stäbchen auf Lager.

Über alle Entwicklungen im Landkreis München rund um das Coronavirus informieren wir in unserem News-Ticker.

Der Schmutzmann nimmt dann das Teströhrchen mit dem Stäbchen zurück und verstaut es in einer Plastiktüte. Die Testperson bekommt noch ein Informationsschreiben, wie sie sich nun am besten verhalten soll und wie es weitergeht. Vor der Ausfahrt erklärt ein Gemeindemitarbeiter, dass er nun offiziell unter Quarantäne gestellt sei. Nach etwa fünf Minuten ist die Prozedur überstanden.

Warten auf Ergebnis

Ein Teststäbchen mit Glasröhrchen.

Die Plastiktüte mit dem Teströhrchen wird zurück in die jeweilige Hausarztpraxis gebracht und geht von dort ins Labor, mit welchem diese zusammenarbeitet. Im Gegensatz zur Stadt München, wo viele oft wochenlang auf ihr Testergebnis warten müssen, geht es in Taufkirchen schnell. „Oft ist das Ergebnis schon am nächsten Tag da.“ Der Arzt informiert dann seinen Patienten. Wurde jemand positiv getestet, ermitteln die Mitarbeiter der Gemeinde wiederum die Personen, mit welchen der- oder diejenige noch Kontakt hatte, um so eine weitere Verbreitung zu verhindern.

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