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Diakoniewerk Hohenbrunn bald Geschichte

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Von: Wolfgang Rotzsche

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Die Seniorenwohnanlage in Taufkirchen wird von der Arche Noris gGmbH übernommen.
Die Seniorenwohnanlage in Taufkirchen wird von der Arche Noris gGmbH übernommen. © do

Viele Jahrzehnte prägte das Diakoniewerk Hohenbrunn den Einsatz für alte und kranke Menschen im Landkreis mit. Doch damit ist nun Schluss. Nach längerer finanzieller Schieflage wird es Teil der Münchner Augustinum Gruppe.

Riemerling – Nur der Name ist noch Hinweis darauf, dass das Diakoniewerk eigentlich in Hohenbrunn beheimatet war. Doch schon länger ist die Körperschaft des öffentlichen Rechts nicht mehr in Riemerling tätig. Nun verschwindet das eigenständige DWH gänzlich von der Bildfläche. Denn die Münchner Augustinum Gruppe wird dieses übernehmen. 2022 soll das Diakoniewerk zu einer Tochtergesellschaft umgewandelt werden. Finanziell gab es schon seit geraumer Zeit eine Schieflage beim DWH. Es mangelte schlicht und ergreifend am Geld. Verschiedene Möglichkeit, diesem Problem Herr zu werden, wurden geprüft, verworfen oder dann doch umgesetzt. Flächen wurden veräußert, um Defizite aufzufangen. Auch anderweitig wurde Hilfe mit ins Boot geholt.

Neuer Standort für Heim in Taufkirchen gesucht

Vor einigen Jahren kam Eberhard Engeroff als Vorstand und Sanierer, zuletzt war Harald Frei als Interimsmanager im DWH tätig. Engeroff ist auch Geschäftsführer der ArcheNoris gGmbH mit Sitz in Nürnberg. Diese wird auf jeden Fall das Pflegeheim in Taufkirchen übernehmen –für welches in der Gemeinde aktuell ein Standort für einen Neubau gesucht wird, weil das alte Haus nicht mehr den Anforderungen entspricht. Ebenso sei es geplant, im ersten Quartal 2022 das Pflegezentrum St. Michael in Ottobrunn in die neue GmbH zu überführen. Unter dem Motto „Wir kümmern uns“ bietet die Arche Noris gGmbH nach eigenen Angaben in Einrichtungen in Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz für rüstige und auch pflegebedürftige Senioren bedarfsgerechte Pflege an.

Mitglieder wurden schriftlich informiert

Beim DHW verbleiben die sozialen Einrichtungen in Bischofswiesen, die „Lebenswelt Insula“, wo schon längst auch die Zentralverwaltung ihren Sitz hat. Dort gibt es eine Vorsorgeklinik, Adipositas-Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, verschiedene Senioreneinrichtungen, eine Kinderkrippe und ein Kindergarten. Die rund 270 Mitarbeiter dort will das Augustinum übernehmen. „Mit der Übernahme durch das Augustinum können wir die Angebote unseres Diakoniewerkes weiter professionalisieren und mit einem verlässigen Diakonischen Partner in eine sichere Zukunft führen“, erklärt der DWH-Vorstand. Das Kuratorium des DWH habe sich einstimmig für das Augustinum entschieden. Die Mitglieder wurden lediglich schriftlich unterrichtet.

Diakoniewerk soll erkennbar bleiben

Das Augustinum ist bundesweit vor allem für seine 23 Seniorenresidenzen in ganz Deutschland mit mehr als 7500 Bewohnern bekannt. Außerdem betreibt die Gruppe zwei stationäre Pflegeeinrichtungen, eine Fachklinik für Innere Medizin mit angeschlossener Herzchirurgie sowie zahlreiche heilpädagogische Einrichtungen, Schulen und Internate für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Das Augustinum ist gemeinnützig und Mitglied im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche. Bundesweit beschäftigt das Unternehmen bislang mehr als 5300 Mitarbeiter. Der Vorsitzende der Augustinum-Geschäftsführung, Joachim Gengenbach, versicherte bei der jüngsten Pressekonferenz, dass sich das DWH auch in Zukunft in einer gewissen Weise abzeichnen soll: „Das Diakoniewerk wird in seiner Historie erkennbar bleiben.“

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, das Pflegezentrum Lore Malsch in Riemerling wäre von den aktuellen Entwicklungen im Diakoniewerk betroffen. Dem ist nicht so. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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